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Interview mit Peter Svidler
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Abdul Karim vom "Chess Chronicle"sprach mit GM Peter Svidler
ins Deutsche übersetzt von Jörg Elter
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Peter Svidler |
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Schachprofi |
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Chess Chronicle:
Wann haben Sie angefangen Schach zu spielen? Wie war die Reaktion ihrer Familie?
Peter Svidler
Mein Vater brachte mir Schach bei als ich 6 war und es war etwas, dass ich offensichtlich machen wollte; daher waren sie froh mich Schach spielen zu lassen.

Chess Chronicle:
Sie haben den höchsten Schachtitel, Großmeister, als junger Mann gewonnen. Was motiviert Sie weiterzuspielen?
Peter Svidler
Nicht unbedingt als junger Mann. Heutzutage sind sie ein Niemand, wenn sie nicht bereits mit 13 Großmeister sind,ich war es mit 18, das ist kein Rekord. Aber ja, Großmeister zu sein ist eine gute Sache. Es ist nur einer kleiner Schritt dorthin, aber wenn sie dann aufhören, welchen Sinn hätte es dann erst anzufangen.
Chess Chronicle:
Wie schaffen Sie es, sich zwischen den Schachveranstaltungen zu erholen? Gibt es einen Ort an dem Sie entspannen können?
Peter Svidler
Nun, das ist im Ganzen kein Problem. Ich schaffe es nicht zu viel zu arbeiten, entspannen ist einfach. Ich möchte die überwiegende Zeit mit meiner Familie verbringen und das mache ich auch.
Chess Chronicle:
Schach und Computer: Was reizt außer dem Geld?
Peter Svidler
Sie meinen gegen den Computer zu spielen?
Chess Chronicle:
Ja.
Peter Svidler
Ich habe daran kein spezielles Interesse. Man hat mir nie ernsthafte Matches angeboten, aber im Allgemeinen denke ich, dass es nicht sehr aufregend ist gegen Computer zu spielen. Computer spielen heutzutage so gut, dass man hart arbeiten muss, um gegen sie zu gewinnen – harte Arbeit, die kontraproduktiv sein kann, wenn man gegen Menschen spielt – so dass es ihr Schach verschlechtern könnte.
Wenn es keinen finanziellen Ansporn gibt, sehe ich überhaupt keinen Anreiz darin. Sie können sich mit dem Computer auf Basis von Vorausberechnungen [Varianten] messen, das ist aber nicht sehr klug, wenn sie gewinnen wollen.
Im Grunde müssen sie mit geschlossenen Stellungen trainieren, die sie so einfach und ruhig wie möglich halten. Das ist möglich, aber nicht sehr amüsant. Im Spiel gegen den Computer – also die richtigen 7 Stunden – habe ich keinerlei Anziehungskraft entdeckt, abgesehen vom Geld. Daher spiele ich nicht gegen Computer. Ich benutze Computer, wie wir alle, als Hilfe bei der Analyse, als Hintergrundüberprüfung. – Sie analysieren und haben den Computer im Hintergrund am Laufen, um ihre Analyse relativ fehlerfrei zu halten. Und das ist es schon.
Chess Chronicle:
Was sagen Sie zu ihrer Leistung in San Luis?
Peter Svidler
Ich war sehr zufrieden, mit dem was ich dort gemacht habe. Das einzige, was ich bedaure ist, dass ich nach der 5. Runde keine Herausforderung um den 1. Platz darstellte, wie auch sonst niemand anderes, und dass es sehr schwer war unter diesen Voraussetzungen zu spielen. Abgesehen von der Tatsache, dass ich nach der Niederlage gegen Topalov in der 5. Runde nicht mehr richtig im Rennen gewesen bin, habe ich mir nicht viel vorzuwerfen, ich war sehr konzentriert und habe das Turnier über recht gut gespielt. Nach meinen Maßstäben war ich sehr motiviert; ich nehme an, für jemanden wie Topalov ist mein Motivationslevel im Grunde Erholung, aber aus meiner Sicht, war ich sehr motiviert und ernsthaft auf das Ereignis vorbereitet. Im Allgemeinen denke ich, das ich gut gespielt habe und, dass ich mit dem, was ich und wie ich dort gemacht habe, zufrieden sein sollte.
Chess Chronicle:
Sie denken also, dass die Niederlage in der 5. Runde Sie aus dem Rennen um die Meisterschaft geworfen hat?
Peter Svidler
Mehr oder weniger, 1½ Punkte ist eine Menge. 1½ Punkte und noch 9 Runden sind nicht zu viel, aber unmittelbar danach konnte ich es nicht mehr herumreißen. Ich gewann ein Spiel in der 7. Runde, aber danach spielte ich einige Remis und Topalov gewann zunächst weiter. Die Lücke schloss sich nicht und die Zahl der verbliebenen Runden nahm ab. Wenn immer weniger Zeit bleibt und die Lücke sich nicht schließt, kommt der Zeitpunkt an dem sie realisieren dass das Rennen vorbei ist und sie sich auf den 2. Platz konzentrieren sollten. Aber im Allgemeinen denke ich, habe ich gut gespielt.
Chess Chronicle:
Ja, sie erreichten 8½ Punkte.
Peter Svidler
Oh ja, ich erreichte eine +3 und in einem Turnier wie diesem ist das schon ein Erfolg.
Chess Chronicle:
Denken Sie, dass San Luis ein perfektes Beispiel für die nächste Weltmeisterschaft gewesen ist oder brauchen wir Veränderungen?
Peter Svidler
Das ist eine schwierige Frage. Ich verstehe, wenn einige Leute sagen, sie möchten die Matches zurück. Auf der anderen Seite war das Turnier in San Luis sicherlich ein Erfolg. Es erhielt eine Menge Aufmerksamkeit in den Medien; jeder hat es verfolgt.
Ich kann die Argumente beider Seiten verstehen. Ich verstehe, warum die FIDE sich gegen Veränderungen sträubt; sie haben ihren Erfolg in San Luis gesehen. Sie sind sich ziemlich sicher, dass sie mit 2 Jahren Vorbereitung (sie planen für 2007 Ähnliches) in der Lage sein werden, Sponsoren sowie einen guten Austragungsort mit guten Bedingungen zu finden; und vermutlich werden sie das auch. Auf der anderen Seite bin ich mit Karpov-gegen-Kasparov-Matches aufgewachsen. Natürlich hatten sie eine enorme Anziehungskraft auf mich als Kind aufgrund der Zeitlosigkeit zweier Persönlichkeiten die aufeinander prallten mit all der Begeisterung die sie hervorriefen. Aber im Allgemeinen denke ich, dass das Reglement das wir in San Luis hatten, nicht schlecht war. Ich denke es war gut.
Chess Chronicle:
Besser als das K.O.-System?
Peter Svidler
Ich würde es dem K.O-System gegenüber vorziehen, obwohl ich kein ausgesprochener Gegner des K.O.-Systems bin. Ich empfand, dass K.O.- Turniere, mehr als alles andere, sehr, sehr genau vorbereitet werden müssen.
Bei Turnieren wie in San Luis ist die Zahl der freien Tage und wann sie stattfinden – nach 4, 5 oder 6 Runden – für uns nicht wirklich wichtig. Aber bei K.O.-Turnieren ist es unbedingt erforderlich, dass Tie-Breaks an unterschiedlichen Tagen gespielt werden, was bis zum Khanty-Mansiysk-Match nicht der Fall war. Wir haben alle Tie-Breaks an einen Tag gespielt, was einfach nicht richtig ist. In einem System, dass einen Schwerpunkt auf Tie-Breaks legt, ist es sehr wichtig, denn mehr als die Hälfte der Spiele in den Runden enden in Tie-Breaks.
Chess Chronicle:
Das Selbe passierte beim World Cup. Tatsächlich endeten die meisten Spiele im Tiebreak.
Peter Svidler
Ja, aber immerhin konnten die Spieler etwas schlafen und sich vorbereiten. Sie waren relativ frisch um die Tiebreaks zu spielen. Wenn sie 2 Stunden nach dem klassischen Spiel Tiebreaks spielen ist es fast unmöglich, sich auf den unterschiedlichen Bedenkzeitmodus einzustellen, und außerdem sind sie total erschöpft. Ich bin kein großer Freund von K.O.s, aber wenn sie gut organisiert sind; wenn die Organisatoren nicht versuchen Zeit zu sparen und es so kurz wie möglich machen, um Geld für Hotels und so zu sparen; wenn sie Ruhetage einplanen und Tiebreaks auf verschiedene Tage ansetzen, dann ist es eine mögliche Alternative. Wie ich bereits sagte, bin ich kein großer Freund davon, aber ich bin nicht komplett dagegen, wenn es vernünftig gemacht wird. Ich denke, dass Rundenturniere und Matches besser sind.

Chess Chronicle:
Denken Sie, dass die Niederlage gegen Kasimdzhanov in der 4. Runde Anand aus dem Rennen um die Meisterschaft geworfen hat?
Peter Svidler
Das ist schwer zu sagen. Offensicht war Vishy sehr verärgert. Er hat gut angefangen, besser als ich. Nach der 3. Runde hatte er 2½ von 3 und war auf Platz 1 gesetzt. Er rettete eine schlechte Stellung gegen Topalov, was wichtig war, denn Topalov wäre ein Konkurrent um Platz 1. Daher war es sehr wichtig für Vichy das Spiel nicht zu verlieren und obwohl er auf verlorenen Posten stand, schaffte er es zu retten. Dann gewann er ein schönes Spiel gegen Mickey; um dann das Spiel gegen Kasimdzhanov zu verlieren, so wie er es tat, ich meine fast ohne Kampf…. Es erwischte ihn in der Eröffnung und er ging unter – ein sehr uncharakteristisches Spiel für ihn. Auf diese Art ein Spiel zu verlieren, zu diesem Zeitpunkt, war sehr unerfreulich für ihn. Es ist immer schwierig genau auszumachen, wann genau das Rennen vorbei ist; im Allgemeinen denke ich, war das Rennen mehr oder weniger nach der 7. Runde vorbei. Nach 4 oder 5 Runden kann man das nicht genau sagen, aber wenn 7 Runden jemand 6.5 von 7 hat und der Nächstbeste 2 Punkte zurückliegt, dann ist das wahrscheinlich zuviel.
Ich glaube, wir hätten eine Chance gehabt, wenn Topalov zusammengebrochen wäre, aber das war unwahrscheinlich. Er spielte wirklich gut und wollte offensichtlich gewinnen. Es war nie wahrscheinlich, dass er vergessen würde, wie man Schach spielt. In einem Turnier wie diesem, wo jeder so ziemlich gleich ist, mit einer 2 Punkte Führung und nur noch 7 Runden voraus sagt man „Er müsste schon verlieren, damit wir gewinnen“.
Chess Chronicle:
Alex Baburin berichtete in der Ausgabe 1831 von Chess Today, dass „ein unbekannter Teilnehmer der Schachweltmeisterschaft in San Luis“ Veselin Topalov beschuldigt hat, Hilfe von außen benutzt zu haben, um den Titel zu gewinnen. Cheparinov benutzte Computeranalysen und sendete sie heimlich an den zukünftigen Meister für den nächsten Zug. Ein Kommentar?
Peter Svidler
Soweit keine Beweise vorgelegt werden (und ich denke, dies ist extrem unwahrscheinlich) gibt es keinen Grund darüber zu sprechen. Bei Ergebnissen wie diesen gibt es immer etwas Gerede. (Verschwörungstheorien sind sehr populär heutzutage.) Offensichtlich werden sie so etwas nicht jeden Tag sehen, dass jemand 6.5 von 7 Runden in einem Spielerfeld der Kategorie 21 hat. Das ist sicherlich ein sehr spezielles Ergebnis. Aber wir sollten nicht vergessen, dass er das ganze Jahr über sehr gut gespielt hat. Ich denke, wir müssen akzeptieren, dass wir geschlagen worden sind. Wir sollten weitermachen.
Chess Chronicle:
Der Wundersieg in der Mannschaftsweltmeisterschaft! Die letzte Runde war eine Sieg-oder-Stirb-Situation. Wie war die Mannschaftsstrategie?
Peter Svidler
Das war großartig. Ich habe 11 Jahre lang für Russland gespielt, aber denke nicht, dass ich je etwas wie dieses gefühlt habe. Wir begriffen, dass wir siegen mussten. Wir konnten sehen, dass sie sehr nervös wurden und wir fühlten, dass, wenn wir den Druck beibehalten würden, wir eine gute Chance hätten. Vom Rating her, sind auf jedem Brett stärker und wir wussten, dass, wenn wir erfolgreich den Druck halten könnten und auf allen Brettern spielen würden, – besonders mit diesem Zeitkontrollsystem, wo Zeitprobleme auftreten, wo es unendlich lang weitergeht – wir immer Chance hätten. Aber vor der Runde dachten wir sicherlich nicht, dass wir die Favoriten wären.
Für mich war es das Problem, das ich gezwungen war nach 2 Stunden ein Unentschieden anzunehmen und zuschauen musste- das war schrecklich! Ich konnte in meinem Spiel nicht wirklich etwas machen. Zuerst einmal ist Bu ein wirklich guter Spieler, der solideste von allen. Objektiv betrachtet hätte ich, wenn ich in dieser Position weiter gespielt hätte, sicherlich nicht gewonnen und wahrscheinlich verloren. Wenn sie sich an das Spiel erinnern, da gab es zum Schluss eine Zugwiederholung. Ich hätte ein Opfer bringen können ,aber es war klar, dass ich eine Menge Glück bräuchte, um danach zu überleben. An diesem Punkte konnte ich auch sehen, dass wir auf den weißen Brettern besser waren und gewinnen konnten, während Morozevich eine spielbare Position hatte. Er ist ein großartiger Spieler und ein fantastischer Mannschaftsspieler. Wenn sie jemand auswählen müssten, um in dieser Situation Schwarz zu spielen, dann ist es sicherlich er. Aber für 2½ Stunden oder wie lange es war zuzuschauen, das war absolut schrecklich.
Chess Chronicle:
Was sagen Sie zur Gesamtleistung der russischen Mannschaft? Die Leistung war nicht gut.
Peter Svidler
Nun, ich würde nicht sagen, dass die Leistung nicht so gut war. Wir haben alle Matches gewonnnen, daher können sie nicht wirklich sagen, dass wir schlecht gespielt hätten. Aber irgendwie haben wie nie richtig losgelegt. Das war sehr merkwürdig. Unser Trainer, Sergey Dolmatov, sagte uns während des Turniers, dass es Zeit ist 3.5 zu 0.5 zu gewinnen. Er sagte uns dies das ganze Turnier über, aber wir haben es nicht geschafft. Ich denke, wir haben 2 Matches mit 3-1 und 5 Matches mit 2.5-1.5 gewonnen. Am Ende haben wir mit dann mit 3.5-0.5 gewonnen, zu einem Zeitpunkt als jeder uns bereits abgeschrieben hatte. Ironischerweise, denn Dolmatov blieb dabei, uns zu sagen, dass es Zeit währe 3.5-0.5 zu gewinnen – gegen die Frauen oder gegen ein relativ schwaches Team. Es gab Matches, die auf dem Papier einfacher waren, als das in der letzten Runde und wir würden noch immer nur 2.5-1.5 gewinnen. Schließlich sagten russische Internet-Quellen: „Russland ist Zweiter. Was für ein komplettes Desaster.“ Die Leute haben uns vor der letzten Runde abgeschrieben, unnötigerweise, wir hatten immer noch eine Chance. Und dann wirklich zu gewinnen war ein absolut erstaunliches Gefühl. Ich habe mit Evgeny Bareev gesprochen, der auch für Russland gespielt hat (Er ist, für ich weiß nicht wie lange, cool geblieben.) und er sagte mir, das er noch nie so etwas erlebt hat.
Wir waren absolut in Ekstase , es war unglaublich.
Chess Chronicle:
Das chinesische Team wurde zu einem der stärksten der Welt, mit sehr jungen Schachspielern. Was denken Sie, ist der Grund dafür?
Peter Svidler
Ja, klar. Zuerst einmal denke ich, dass China in allem gut sein kann. Derzeit gewinnt ein Chinese alles im Snooker. Bei der Größe ihrer Bevölkerung, wenn sie sich für ein Interesse an einer Sportart entscheiden, haben sie immer genug Talente dabei. Es ist nur eine Frage, die talentierten Kinder zu suchen und ihnen bei ihrer Entwicklung zu helfen. Sie sind zurzeit offensichtlich sehr am Schach interessiert, wahrscheinlich wegen der Frauen. Ursprünglich. Nun haben sie aber realisiert, dass es nicht nur ihre Frauen schaffen können, sonder auch ihre Männer. Es gibt eine Menge aufstrebender Spieler, außerdem sind sie sehr motiviert, ich denke, weil es neu für sie ist. Für jemanden wie mich, im Mannschaftswettkampf, muss etwas sehr spezielles passieren, dass dabei große Gefühle aufkommen – was dies Jahr geschehen ist.
Ich versuche immer so gut wie möglich für Russland zu spielen und tendiere auch dazu, denke ich. Für mich ist es im Allgemeinen das Gefühl von dort gewesen zu sein und es erledigt zu haben. Es ist kein besonderes Gefühl wie zu Beispiel beim ersten Mal in ihren Leben. Für sie würde der Gewinn der Mannschaftsweltmeisterschaft ein absolutes Wunder sein, etwas worüber man spricht, solange sie leben – und das motiviert sie. Ich denke, dass sie die am besten motivierteste Mannschaft der Meisterschaft waren. Das ist es, warum sie so gut waren. Ich denke, sie sollten nicht unzufrieden sein mit dem 2. Platz. Natürlich sie sind sie unzufrieden, weil ihnen nur ein halber Punkt zum Sieg fehlte. Aber im Allgemeinen ist ein 2. Platz in der Mannschaftsweltmeisterschaft ein Erfolg. Vor dem Start, denke ich haben die Leute gesagt, dass sie zufrieden sein sollten, wenn sie unter die ersten 4 kommen, weil es dort Armenien, die Ukraine und Israel gibt. Auf dem Papier sind alle diese Mannschaften stärker als China, aber nicht eine ist an sie herangekommen. Daher denke ich, ist es ein großartiges Ergebnis, aber natürlich werden sie unzufrieden sein, weil sie dem Sieg so nah gekommen sind.
Chess Chronicle:
Wie sehen Sie die russische Mannschaft ohne Kasparov, Karpov und Kramnik?
Peter Svidler
Wir haben immer noch genug Talent. Ich würde sagen, das Problem kommt erst in 4-6 Jahren, vielleicht in 6 Jahren. In dem Team, das in Beer Sheba gespielt hat, ist Bareev 40, Dreev um die 40 dieses Jahr, ich bin 30, Morozevich ist 29 und Rublevsky ist ungefähr 30 Jahre alt; nur Grischuk ist noch sehr wirklich jung, also wenn wir alle vergessen wie man Schach spielt …
Das wird zu einem zukünftigen Zeitpunkt geschehen, sagen wir in den nächsten 5 oder 6 Jahren. In 3 oder 4 Olympiaden von jetzt an, wird Grischuk der einzig übrig gebliebene aus dieser Mannschaft sein. Das Problem ist, wer von den Leuten, die 20-21 sind und von den es nicht so viele gibt, mit ihm spielen wird; es gibt Yakovenko, der gerade mit Morozevich in der russischen Meisterschaft gleich auf ist; es gibt Inarkiev; es gibt Timofeev mit einer ELO von 2660. Aber sie müssen sich noch entwickeln, sie sind noch kein Endprodukt. Die Herausforderung wird kommen, nachdem meine Generation – die Generation die jetzt um die 30 ist, einschließlich Rublevsky, Malakhov und Zvjanginsev – gegangen ist. Also, wenn wir alle 37-38 sind, wer wird dann für Russland spielen? Jetzt tut man etwas dagegen, weswegen ich hoffnungsvoll bin. Schließlich begreifen wir, dass das ein Problem werden wird und das man Initiativen ergreifen muss, um neue Schulen zu schaffen und junge Talente zu pflegen und zu entwickeln; daher denke ich, dass es OK sein wird. Sicherlich, mit Kasparov an Brett 1 sah die Mannschaft immer stärker aus, aber ich denke nicht, dass wir ihn wirklich brauchen um die Mannschaftsmeisterschaft zu gewinnen. Es gibt immer noch genug Leute, dies es ohne ihn schaffen. So; man spürt es noch nicht zu stark, aber man wird es später tun.
Chess Chronicle:
Bei der Russischen Meisterschaft schlugen Sie Kramnik in der allerersten Runde. Ein Kommentar? Danach schien es, dass Peter Svidler fertig war; er hatte sein Ziel erreicht. Ist das richtig?
Peter Svidler
Es war ein sehr merkwürdiges Turnier. Ich weiß nicht genau was passiert ist An einem Punkt spielte ich 5 Unentschieden hintereinander. Sie waren alle nachzuvollziehen, aus der Sicht des Schachs betrachtet. Es war nicht so, dass ich nicht spielen wollte. Aus irgendeinem Grund bekam ich keine oder nur sehr schlechte Positionen mit Weiß, wahrscheinlich durch die schlechte Vorbereitung auf die Veranstaltung, während mir bei den Spielen mit Schwarz mein Gegenüber in gleichen Positionen nach 12-15 Zügen ein Unentschieden anbot. Das passierte eine ganze Zeit lang. 5 Runden sind eine lange Zeit in einem 11-Runden-Turnier.
Du fühlst dich deprimiert. Und wenn du dich deprimiert fühlst, verlierst du das Interesse; und dann verlor ich gegen Bareev. Das beendete wirklich das Turnier für mich. Danach war ich nicht mehr im Rennen um Platz 1, nicht mal theoretisch, und ich wollte nur noch nach Hause gehen. Ich denke, ich hätte etwas anderes machen sollten, in Zeit von der 4. bis zur 8. Runde. Ich hätte es mit Weiß besser machen sollen. Während dies geschah, schaffte ich es gleichzuziehen mit Rublevsky. Er verbesserte sich früher als ich in einer theoretischen Position und ich hatte Glück davonzukommen. Ich brauchte eine Stunde und erzwang einen Gleichstand. Ich bin sehr stolz darauf, aber Weiß sollte nicht um Gleichstand kämpfen….
Dann war ich absolut verloren gegen Khalifman – total verloren – und irgendwie schaffte ich das Spiel zu retten. Ich war etwas besser gegen Zvjaginsev, aber er verteidigte sich am Ende sehr gut; ich hatte überhaupt nichts. Ich habe ab einem Zeitpunkt einfach falsch gespielt. Das war dreimal Weiß in Reihenfolge, als ich es hätte besser machen können. Aber, wie ich sagte, ich muss mich nicht schämen, es versucht zu haben. Es hat einfach nicht geklappt. Nach 8 Runden befindest du dich noch immer auf +2 und Rublevsky auf +4. Dann hat mich Bareev geschlagen und damit war das Turnier für mich mehr oder weniger vorbei. Als ich realisierte, dass ich nicht mehr um den ersten Platz kämpfte, konnte ich mich nicht mehr motivieren, um Platz 2 zu kämpfen. Das war wahrscheinlich falsch, aber ich habe letztes Jahr viel gespielt und als das Turnier schief ging, konnte ich einfach nicht viel dagegen machen. Ich wollte es einfach nur beenden und nach Hause gehen.
Chess Chronicle:
Ist es heutzutage schwieriger um die Russische oder die Weltmeisterschaft zu spielen?
Peter Svidler
Die Weltmeisterschaft ist natürlich schwieriger. Sie ist offensichtlich stärker und außerdem gibt es dort mehr Druck. Wenn sie San Luis meinen, ja, dann speziell in San Luis.
Chess Chronicle:
Wen halten Sie für den wahren Weltmeister? Topalov oder Kramnik?
Peter Svidler
Ich würde sagen beide. Offensichtlicht ist meine Position, wie ich bereits sagte, nicht sehr objektiv, weil ich in Brissago war. Brissago war gültig. Die derzeit Form von Kramnik ist natürlich nicht die Beste und man kann schwerlich darüber diskutieren. Selbst er diskutiert nicht darüber. Natürlich, die Art wie er spielte ist sehr unerfreulich, aber es gibt objektive Gründe dafür. Die Leute werden sich vermutlich dafür entscheiden, seine letzte Stellungnahme zu vergessen und denken, dass er einfach nicht spielen wollte; aber ich habe ihn in Moskau gesehen. Er fühlte sich nicht wohl und braucht etwas Zeit seine körperlichen Probleme zu kurieren. Man muss verstehen, dass es objektive Gründe dafür gab, was mit ihm geschah. Ich denke, er ist ein großartiger Spieler. Wenn er in Form kommt, dann wird er ein bedeutender Spieler werden.
Auf der anderen Seite natürlich, hat Topalov San Luis gewonnen, was das stärkste Turnier seit vielen Jahren war. Seine Leistungen 2005 waren großartig und er ist sicherlich ein Weltmeister. Ich denke, wir würden davon profitieren, wenn sie zustimmen würden, das Match zu spielen, aber die Situation ist bestenfalls unklar.
Chess Chronicle:
Was passierte mit dem Wiedervereinigungsmatch der Prager Vereinbarung? Es hat niemals stattgefunden.
Peter Svidler
Die Prager Vereinbarung: Sie sollten wissen, das alle Seiten sagen, dass sie gestorben ist, wenn es ihnen passt, und wiederum später sagen sie auch, das sie in Ordnung sei; ich würde die Prager Vereinbarung vergessen. Das Wiedervereinigungsmatch hängt jetzt nicht mehr von Prag ab. Es gibt 2 Menschen, die die Debatte ein für alle mal beenden könnten – ich denke, dies wäre zum Vorteil des Schachs – aber das ist ihre Sache und die ihrer Manager, dies zu arrangieren. Ob sie das schaffen oder nicht, kann ich nicht sagen.
Chess Chronicle:
Sind Sie für ein Wiedervereinigungsmatch?
Peter Svidler
Ich denke, es wäre gut.
Chess Chronicle:
Das Wiedervereinigungsmatch mit Rustam hat niemals stattgefunden, haben Sie eine Idee warum?
Vor einiger Zeit hat Shirov Kramnik geschlagen und damit das Recht erworben gegen Kasparov um den Titel zu spielen, aber Kasparov lehnte ab. Denken Sie dass, dies ein Grund war, warum das Wiedervereinigungsmatch nie stattfand?
Peter Svidler
Ich weiß nicht was mit dem Kasimdzhanov-Match passiert ist, aber was sie über Shirov in den Jahren 98-99 sagen, ist nicht genau richtig, soweit ich weiß. Das kann man nicht genau sagen. Ich bin offensichtlich von außerhalb, daher mögen meine Informationen nicht genau sein.
Die Leute sagen immer, dass Kasparov dieses Spiel nicht wollte. Auf der anderen Seite hingegen stimmen fast alle, die damit befasst waren und mit denen ich gesprochen habe, zu, dass ein annehmbares Angebot auf dem Tisch lag, wobei man Shirov riet ,es abzulehnen – was er auch tat. Im Grunde spürte er , dass das Match mehr Wert sein müsste, deshalb sagte er nein dazu. Wieder einmal. Ich habe keine Ahnung, ob die Zahlen stimmen oder nicht, aber ich habe es aus genug Quellen gehört, um zu vermuten, dass sie der Wahrheit sehr nahe kommen müssen. Natürlich, vom moralischen Blickpunkt her, hätte Shirov 1999 gegen Kasparov spielen sollen, aber es war nicht einfach zu verkaufen und falls wirklich ein Angebot auf dem Tisch lag, war es unklug von ihm, es nicht anzunehmen. Die Zeit läuft davon und es wird immer schwieriger Sponsoren zu finden. Man kann sagen, dass wenn Kramnik 2000 gegen Kasparov sich nicht qualifiziert hätte, aber er wäre der stärkste Herausforderer gewesen. Es ist eine öde Geschichte und sie müssen mit allen Seiten sprechen, um herzufinden was damals passiert ist. Aber das ist nicht so einfach. Ich denke nicht, dass Kasparov nicht spielen wollte. Vielleicht hat er nicht so hart gearbeitet, um Sponsoren zu finden, aber ich denke, dass er bereit war zu spielen, denn aus seiner Sicht sehe ich kein Problem gegen Shirov zu spielen.
Chess Chronicle:
Ein Kommentar zu Shirovs Leistung, bei der letzten Veranstaltung nur ein Unentschieden und die restlichen Spiele verloren?
Peter Svidler
Ich habe keine Ahnung. Mein guter Freund, Vasely Yemelin, hat dort gespielt. Ich habe ihn gefragt und er sagte, er könne es nicht verstehen.
Chess Chronicle:
Ich liebe Shirovs Stil und ich war schockiert, ihn so verlieren zu sehen.
Peter Svidler
Wer liebt seinen Stil nicht? Er ist ein großartiger Spieler. Das weiß niemand. Es gibt keinen offensichtlichen Grund, aber es war offensichtlich, dass es nicht der Alexei Shirov war, den wir kennen. Alexei Shirov konnte bei dieser Veranstaltung keinen halben Punkt machen. Das ist unmöglich.
Chess Chronicle:
Haben Sie einen Kommentar zu Kasparovs Rücktritt?
Peter Svidler
Offensichtlich wollte er das Weltmeisterschaftsmatch noch einmal spielen, aber als er realisierte, das es nicht oder nicht sehr bald passieren würde, sagte er sich: „OK, wie oft kann ich noch in Linares und Wijk aan Zee gewinnen?“. Er hat all diese Turniere so oft gewonnen, so dass er schließlich unmotiviert wurde. Eins der Dinge, die ihn vom Rest von uns unterscheidet, ist die Tatsache, dass er immer motiviert war zu gewinnen. Zu einem Zeitpunkt begann er zu realisieren, dass er es immer und immer wieder tun könnte, zumindest für eine Weile, aber es würde natürlich schwieriger werden, denn die Leute lernten, wie man gegen ihn spielt. Es wurde nicht leichter für ihn. Außerdem denke ich, dass er gewonnen hat, was für ihn zu gewinnen war und er begann zu denken: „Das Match kommt nicht. Vielleicht sollte ich etwas anders machen."
Chess Chronicle:
Er interessiert sich nun sehr für die russische Politik.Wie sehen Sie das als jemand der selbst in Russland lebt?
Peter Svidler
Nun, im Moment ist es nebensächlich was er macht. Ich meine, in Schachkreisen erscheint es größer, weil er für uns einfach Kasparov ist. Wir wissen wer er ist und wie wichtig es für uns ist, zu wissen was er tut; auf politischer Ebene ist er nur eine Randfigur. Die Leute auf der Strasse habe wahrscheinlich nur eine geringe Vorstellung davon, worüber er spricht.
Chess Chronicle:
Denken Sie, dass er jemals russischer Präsident wird?
Peter Svidler
Das ist sehr unwahrscheinlich

Chess Chronicle:
Ja, sehr unwahrscheinlich. Aber nehmen wie an, es passiert? Denken Sie, er wäre besser als Putin?
Peter Svidler
Das ist sehr schwer zu sagen, weil man sie zwar als Menschen vergleichen kann, aber sie müssen feststellen, dass dies keine leichte Aufgabe ist. Man muss dafür Qualifikationen mitbringen und Kasporov ist ein professioneller Schachspieler; er ist kein professioneller Staatsführer. Es gibt unterschiedlich Meinungen über ihn als Person, aber sie müssen seine Qualifikation für das Amt berücksichtigen.
Chess Chronicle:
Sie sind Weltmeister im Schach 960. Wie haben Sie es geschafft, vom klassischen Schach zum Schach 960 zu wechseln?
Peter Svidler
Ich mag dieses Spiel wirklich und es ist einfach zu wechseln. Letztes Jahr, es war kurz nach Dortmund, da fühlte ich einen Bruch. Es ist eine Chance 4 Tage lang etwas anders zu tun. Ich habe mich überhaupt nicht dafür vorbereitet. Ich habe nur versucht, einen klaren Kopf zu haben und es zu genießen. Ich genieße es sehr, Dinge auf dem Schachbrett zu kreieren; Es gefällt mir, sich mich selbst als einem kreativen, intuitiven Spieler vorzustellen. Für mich ist es eine große Gelegenheit Dinge zu tun, die sie im klassischen Schach nicht immer tun können, denn wenn sie sich mit den Eröffnungsvorbereitungen herumschlagen, sind die Positionen die sie bekommen, langweilig. Andere Positionen werden ihnen aufgezwungen, das Spiel passiert nicht einfach so. Für mich ist Schach 960 ein großer Spaß und ich genieße und mag es.
Chess Chronicle:
Sind Sie zufrieden mit der Leistung des FIDE-Präsidenten?
Peter Svidler
Im Moment nicht. Wahrscheinlich nicht. Wir können da über die Geschichte reden. Ich denke, dass er im Allgemeinen anfänglich zu heftig kritisiert wurde. Ich denke nicht, dass er jemals richtig willkommen geheißen wurde, die Leute waren von Anfang an gegen ihn, was wahrscheinlich nicht sehr fair ist. Aber jetzt denke ich, dass die FIDE Veränderungen braucht.
Chess Chronicle:
Bessel Kok kandidiert um die FIDE-Präsidentschaft. Denken Sie, dass es Zeit für eine Veränderung ist?
Peter Svidler
Ich denke, das sind gute Nachrichten. Ich weiß nicht, welche Chance er hat, denn in einer allgemeinen Wahl hat jedes Land eine Stimme. Wenn Sie die Top 100 Spieler befragen würden, wäre Bessel sofort Präsident, aber in der Generalversammlung ist eine andere Abstimmung. Dies benötigt andere Dinge, daher weiß ich nicht, wie es ausgehen wird; ich denke es wäre eine begrüßte Veränderung, ja.
Chess Chronicle:
Die FIDE und die ACP: wen unterstützen Sie als aktives ACP-Mitglied mehr?
Peter Svidler
Aktives Mitglied ist eine Übertreibung, ich bin Mitglied.
Chess Chronicle:
Denken Sie, dass die ACP in der gegenwärtigen Situation einschreiten und versuchen sollte, die Probleme der Schachwelt zu lösen?
Peter Svidler
Nun, ich weiß nicht, wie viel Einfluss sie haben werden. Ich denke die Idee ist gut, aber sie müssen eigentlich erst einmal etwas Richtiges tun, damit die Leute beginnen, sie ernst zu nehmen. Im Moment ist es nicht ganz klar, was sie genau machen und wo ihr Platz im Schachprozess ist. Ich würde eine Situation begrüßen, in der die ACP einen Haupteinfluss bekämme, aber im Moment denke ich nicht, dass sie die Schachwelt sehr beeinflussen können.
Chess Chronicle:
Wenn Sie mit Freunden Eröffnungen und Varianten diskutieren, beziehen Sie sich dann auf deren Namen oder deren ECO-Code oder auf beides?
Peter Svidler
Das hängt davon ab, aber meistens auf deren Namen.
Chess Chronicle:
Warum haben Sie nicht beim Welt Cup mitgespielt und warum spielten Sie jetzt nicht beim Corus?
Peter Svidler
Im Welt Cup nicht, weil ich nicht musste. Sie werden bemerkt haben, dass all die Spieler, die sich für die Matches qualifiziert hatten, sich entschieden nicht zu spielen; meistenteils weil wir schon eine Menge gespielt hatten und es Zeit für eine Pause war. Was Corus betrifft;ich wurde einfach nicht eingeladen. Ich war dort in den letzten beiden Jahren nicht so gut.
Chess Chronicle:
Wenn Sie die FIDE um die Erfüllung von 3 Wünschen bitten dürften, welche wären diese?
Peter Svidler
Dass sie aufhören an den Bedenkzeitregelungen herumzuspielen, dass sie grundsätzlich ihr Wort halten; und einige Veränderungen beim Personal wären willkommen. Es gibt bestimmt einige Leute, die die meisten von uns ausgewechselt sehen wollen.
Chess Chronicle:
Wer ist ihr Lieblingsspieler der Vergangenheit und der Gegenwart?
Peter Svidler
Das finde ich immer sehr schwer, weil es für mich schwierig ist, mich auf einen Spieler zu beschränken; vermutlich Tal. Was die Gegenwart betrifft ist es schwer zu sagen. Wir alle bewundern das Spiel von Shirov. Ich tu das, so wie jeder andere auch. Aber auf der anderen Seite …. Für mich persönlich ist der Spieler, mit dem ich die meisten Schwierigkeiten habe und der mich in gleichen Positionen wahrscheinlich schlagen könnte, Kramnik; vor Kasparov und Anand. Er mag nicht der sehenswerteste, aufregendste sein, obwohl er es könnte, aber im Allgemeinen ist er der technisch genaueste. Man muß dieses Schach nicht unbedingt mögen. Aber vom professionellen Standpunkt her, empfand ich immer, dass er über mir steht, dass er stärker ist als ich. Das Spiel, das ich in Moskau gegen ihn gewonnen habe, war eigentlich die erste gute Position, die ich in meinen Leben gegen ihn gehabt habe. Es hängt also davon ab, was Sie meinen – Stärke oder Stil?
Chess Chronicle:
Sagen wir Stil.
Peter Svidler
Ich müsste sagen Shirov, eventuell Ivanchuk, eventuell Morozevich. Sie sind wunderbar anzuschauen.
Chess Chronicle:
Gibt es ein Buch das Sie jedem Schachspieler zu Lesen empfehlen würden?
Peter Svidler
Jeder sagt „Zürich ´53“. Ich würde das auch sagen. Von den Büchern, die ich gelesen habe, ist es dasjenige, das den größten literarischen Genuss darstellt, während es wirklich gut ist.
Chess Chronicle:
Haben Sie eine Botschaft für die Schachwelt?
Peter Svidler
Ich bin nicht besonders gut mit Botschaften, wirklich. Spielt weiter Schach, Schach ist großartig.
| The Chess Chronicle is an interesting and ambitious project, which describes itself as follows: It contains theoretical analysis, opening surveys, chess novelties, and well-annotated games, as well as instructive theoretical material from Grandmasters and International Masters. They even have Ivanchuk writing for them. A well respected publication, in both PDF and PGN format. |  |
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