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Interview mit Laszlo Nagy
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Wir sprachen mit dem ungarischen Turnierveranstalter und Gründer der Turnierserie "First Saturday" Laszlo Nagy
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| Name: |
Laszlo Nagy |
| Wohnort: |
Budapest |
| Beruf: |
Schachturnierveranstalter |
| Verein: |
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Laszlo, wir wissen, daß Du die deutsche Sprache sehr gut beherrschst und im ungarischen Budapest regelmäßig Schachturniere organisierst. Das ist wenig. Bitte verrate unseren Lesern noch etwas mehr aus Deiner Biographie!
Laszlo Nagy
Ich wurde im Jahre 1957 geboren, mein Vater hat in der Ungarischen Armee als Oberstleutnant gedient. Wir haben in verschiedenen ungarischen Städten gelebt (Esztergom, Békéscsaba, Debrecen und zuletzt in Nyíregyháza). Ich habe zwei Schwestern, die beide in Budapest wohnen. Nach dem Abitur habe ich die Aufnahmeprüfung der Universität von Debrecen bestanden und im Jahre 1981 habe ich die Universität beendet. Von Beruf bin ich Chemieingenieur und Chemielehrer in der Mittelschule. Ich habe meine Tätigkeit als Chemielehrer in der Ungarischen Armee in einer Militärischen Hochschule begonnen. In den Jahren 1988-89 habe ich mehr als ein halbes Jahr in Moskau in einer militärischen Akademie studiert. Meine Russischkenntnisse sind sehr gut. Als ich meine Staatsprüfung in der russischen Sprache abgelegte, fragte mich der Präsident der Prüfungskommission, ob meine Mutter eine Russin sei. Nachdem ich 1992 die Armee verließ gründete ich die „First Saturday“ Turnierserie. Seither arbeite ich als Schachorganisator.
Ich bin verheiratet, habe drei Söhne: 27-22-14 Jahre Alt.

Die von Dir organisierte Turnierserie „First Saturday“ ist vielen deutschen Schachfreunden bereits bekannt. Welche Erinnerungen hast Du an die Anfangszeit in Deiner Eigenschaft als Turnierorganisator
Laszlo Nagy
Aller Anfang ist schwer! Ich mußte mindestens ein Jahr Arbeit investieren, um diese Turnierserie zu etablieren.
Welche besonderen Rahmenbedingungen kannst Du Deinen Schach spielenden Gästen in Ungarn bieten?
Laszlo Nagy
Unsere Turniere werden in den Sälen der Ungarischen Schachförderation gespielt. Das ist ein altes Gebäude, etwa 100 Jahre alt. Es befindet sich etwa 400 Meter vom Parlament entfernt. Es ist sehr leicht von hier in die Innenstadt zu kommen. Zu Fuß 10 min oder mit der Metro eine Haltestelle. Wir können für unsere Gäste verhältnismäßig günstige Unterkünfte – Hotel und Privat auch – organisieren. Die Preise für Einzelzimmer betragen 12 EURO für eine Privatunterkunft und für das Zweibettzimmer in einem Hotel sind es 37 bis 50 Euro inklusive Frühstück. Meiner Meinung nach war Ungarn immer sehr berühmt wegen seiner Gastfreundlichkeit und wegen der ungarischen Küche. Natürlich ist es möglich, hier mit vielen berühmten Ungarischen Großmeistern ein Schachtraining zu absolvieren. Aber nicht nur Ungarn trainieren hier, sondern auch einige in Budapest lebende Deutsche (IM Dimo Werner) lehren hier Schach.
„First Saturday“ richtet sich vor allem an Schachfreunde, die Titelnormen anstreben. Dazu bedarf es eines stark besetzten Teilnehmerfeldes in dem einige Schachfreunde bereits Titelträger sind. Die Motivation von Titelträgern und Nicht-Titelträgern ist demnach unterschiedlich. In wie weit spielt dies bei der Turnierorganisation eine Rolle? Oder anders gefragt, wie motivierst Du die eingeladenen Titelträger?
Laszlo Nagy
Die meisten der Titelträger spielen einfach aus Freude am Schach. Sie haben einen normalen Beruf und leben nicht vom Schach spielen. Die meisten von ihnen spielen für verschieden Klubs in Ungarn bzw. im Ausland. Die Titelträger bekommen ein Taschengeld und möchten im übrigen ihr Elo-Rating steigern. Das ist deren die Motivation.
Es gibt Gerüchte,wonach man sich Titel auch kaufen könne.
Laszlo Nagy
In meinen Turnieren bin ich prinzipiell gegen das „Organisieren“ von gewünschten Ergebnissen. In meinen Turnieren hat noch nie jemand eine Norm gekauft. Ich habe auch gehört, das es in anderen Turnieren möglich war, doch wenn dies stimmen sollte, wäre dies sehr schlecht für Schachkultur.
Wer sind die Mitglieder Deines Teams?
Laszlo Nagy
Die Mitglieder unseres Team sind: der Schiedsrichter Herr Miklos Orso, er ist IM und spricht English, Spanisch und Russisch; meine Frau Ilona, sie arbeitet als Sekretärin und spricht Russisch, Englisch und Deutsch und mein 14 jähriger Sohn der als Webmeister mitarbeitet. Viele Journalisten machen die publizistische Arbeit. Beispielsweise schreibt FM Brustkern aus Berlin in der„Rochade“ regelmäßig über unsere Turniere.
Der Aserbaidschaner GM Teimour Radjabov hat als 13 jähriger bei Dir eine GM Norm erzielt. Erinnerst Du Dich daran noch? Welche anderen heute bekannten Titelträger haben bei Dir in Budapest Normen erzielt?
Laszlo Nagy
Ja, ich erinnere mich, daß Teimour die GM-Norm damals mühelos geschafft hatte.
Ebenso eine GM-Norm schafften bei mir: Péter Leko (HUN), DAO Thien Hai (VIE), Gadir Guseinov (AZE), Valery Beim (AUT), Ludger Keitlinghaus (GER), Dieter-Liviu Nisipianu (ROM), Péter Acs (HUN), Emil Sutovskij, (ISR) und viele andere.
Welches war die bisher höchste Kategorie, die ein von dir organisiertes Turnier erreicht hat?
Laszlo Nagy
Das am stärksten besetzte Turnier war eines der Kategorie X mit einem ELO-Schnitt von 2480.
Wie viele Turniere gab es inzwischen unter Deiner Leitung?
Laszlo Nagy
Jedes Jahr organisiere ich ca. 50 Gruppenturniere (GM-IM-FM).Das sind in 15 Jahren etwa 700-800 Turniere.
Welche Persönlichkeit unter all den Schachspielern hat Dich am meisten beeindruckt?
Laszlo Nagy
Die vietnamesischen Schachspieler ! Sie spielen sehr kämpferisch, auch in schlechteren Stellungen.
Gibt es eine Episode, an die Du Dich besonders gern erinnerst?
Laszlo Nagy
Wenn die Kandidaten Normen erreichten, waren sie stets sehr glücklich und es ist sehr angenehm, mit Ihnen über ihre entscheidenden Partien ein wenig zu plaudern.
An welche schachlichen Mißgeschicke kannst Du Dich erinnern?
Laszlo Nagy
Im Jahre 1993 war es, als der ungarische IM Langyel Bela mit Läufer und Springer den König seines Gegners GM Loginov nicht matt setzen konnte.
Welche Deutschen Schachspieler zählst Du zu Deinen Freunden?
Laszlo Nagy
FM Jürgen Brustkern und IM Dimo Werner; beide leben derzeit in Budapest.
Sage bitte noch etwas zu Budapest. Warum sollte man diese Stadt besuchen?
Laszlo Nagy
Budapest ist das „Paris des Ostens“, sagen die Leute. Wir haben neben dem Schach viele Sehenswürdigkeiten, Thermalbäder…
Wir danken für das Gespräch !
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