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Kommentare / Kolumnen
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| Wer darf Rezensieren ??? |
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| | Wer darf Rezensieren ??? Schade ! Frank Große hat hingeschmissen nachdem man mehrfach versucht hat, ihn mit Hinweis auf seine Spielstärke als Schachbuchkritiker zu diskreditieren. Der Mann, dessen WM Vorschau im letzten Jahr große Beachtung fand und der sich u.a. mit regelmäßigen Rezensionen auf Freechess.info einen Namen gemacht hatte, verlor nach eigenem Bekunden gründlich die Freude an der extrem zeitraubenden Rezensionsarbeit . Einige Schachfreunde reiben sich nun verwundert die Augen wegen dieser vermeintlichen „Überreaktion“ auf vereinzelte Kritiken, die ganz offensichtlich wenig sachbezogen waren. Doch genau da mag der sprichwörtliche Hase im Pfeffer liegen, denn lange Zeit , viel zu lange Zeit blieb eine solche unsachgemäße Kritik unwidersprochen. Auch inhaltlich mochte sich niemand so richtig mit der These auseinandersetzen , man sei erst ab einer gewissen nicht näher bezeichneten Spielstäke zu einer Rezension von Schachbüchern fähig. Während die Besserwisser im Internet ihre Weisheiten zum Besten geben, fürchtet sich eine schweigende Mehrheit nicht ganz zu Unrecht davor, in eine engstirnige Debatte gezogen zu werden. Unzählige Foren sind dafür ein kräftiger Beleg. Dort wird beleidigt ,bedroht und unterstellt was die deutsche Sprache eben hergibt.Nicht selten geschieht dies anonym , so daß am Ende niemand mehr weiß, wem das ganze „Wissens-Konzentrat“ überhaupt zu verdanken ist. Die Webseitenmacher wundern sich dann und stellen sich die Frage „Für wen mache ich das eigentlich?“ So jedenfalls könnte es Frank Große gegangen sein, für den die vielen Solidaritätsbekundungen nun wohl zu spät kommen, jedenfalls dann, wenn man ihn noch hätte umstimmen wollen. Zuviel Porzellan ist zerbrochen u.a. an der Frage ,welche DWZ man in etwa haben müsste, um als Schachbuchkritiker respektiert zu werden.
Das Totschlagargument , das sich zum Schachsport im Allgemeinen sowie zu professionellen Schach-Artikeln im Besonderen nur ELO-Riesen qualifiziert äußern dürfen, gehört gründlich entschärft, denn wäre dem so, gäbe es den Schachsport im Internet nur noch in deutlich abgespeckter Form. Selbstverständlich ist die Spielstärke eines Internationalen Meisters förderlich, wenn nicht sogar zwingend notwendig, wenn es gilt, Stellungsbewertungen oder Analysen gespielter Partien abzugeben. Auch bei der Besprechung von Schachbüchern ist es sicher nicht hinderlich, wenn der Autor Titelträger ist; nur ist es auch notwendig ? Es gibt Indizien die dagegen sprechen. So schreibt bspw. C.Donninger in seinem herrlich satirischen Artikel „Plättchen zählen“ (Quelle: Schachkalender 2006) Zitat „....Eine nennenswerte Sammlung von Schachbüchern besitzen nur 1700 ELO Spieler oder Sammler. Nach meinen Untersuchungen besteht eine signifikant negative Korrelation zwischen dem Umfang der Schachbibliothek und der Elozahl.“ Auch wenn Donninger ausdrücklich nicht furchtbar ernst genommen werden will, so sagt er dennoch, was viele längst ahnen. Es sind nicht vor allem Großmeister die Schachbücher kaufen, sondern in der Mehrzahl Schachamateure mit relativ niedriger Wertzahl. Wenn also die Käuferschaft sich mehrheitlich aus Amateuren zusammensetzt; was liegt dann näher, als die Vorbesprechung eines Schachbuches durch einen solchen Amateur. Dessen Schachverständnis deckt sich doch viel eher mit dem der meisten Käufer, also denen, die durch eine solche Rezension angesprochen werden sollen. Freilich ist dies noch keine hinreichende Qualität für eine ordentliche Rezension. Verlage wie Leser werden darauf achten, das der schreibende Schachamateur und Schachbuchkritiker mit Witz und Intelligenz auf unterhaltsame Art Schachbücher möglichst unvoreingenommen vorstellt. Geschieht dies nicht, findet der Schreiber keine Leser mehr und manövriert sich selbst in die Sackgasse. Allen die es noch nicht glauben wollen sei gesagt: Es gibt keine Korrelation zwischen der Schachspielstärke einerseits und allgemeiner Intelligenz andererseits. Viele eher durchschnittliche bis grottenschlechte Schachspieler profilieren sich in der Schachwelt als Funktionäre, Turnierleiter, Einzelhändler,Landesspielleiter,Schiedsrichter,Berichterstatter,Webmaster u.s.w. und verrichten diese Arbeit auf sehr hohem Niveau. Das es darunter niemanden geben soll, der auch Schachuhren,Schachfiguren,Schachliteratur u.s.w ordentlich rezensieren kann, will ich nicht glauben.
| | | | Autor: Heiko Seiling |
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