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Wozu braucht Mann Frauenschach ?
 
    Immer wieder lese ich, das man in den Schachverbänden Mühe habe, einen Verantwortlichen Funktionär für das „Frauenschach“ zu finden. So ist es nicht selten, das die gefundenen , oder sagen wir besser überredeten- Funktionäre den Zusatz „kommissarisch“ tragen.Man möchte sich nicht den Anschein geben, niemand kümmere sich um das weibliche Geschlecht und da das Referat „Frauenschach“ nun einmal existiert , muß jemand her, der es besetzt. Merkwürdig ist nur, das sich kaum Frauen finden, die eine solche Funktion übernehmen möchten. Auch finden sich häufig nur wenige Frauen, die an Turnieren teilnehmen möchten, die ausschließlich für Frauen ausgeschrieben sind. Bei näherer Betrachtung ist dies auch logisch und konsequent, denn das weibliche Geschlecht hat nach eigenem Selbstverständnis keinerlei Handicap beim Schachspiel. In der Tat läßt sich auf Anhieb nicht erkennen, aus welchem natürlichen Grunde die Frauen den Männern gegenüber einen Nachteil haben sollten. Im Gegenteil !
    Genau genommen kommt beim Schach sogar zum Tragen, was man gemeinhin der Frau zu Recht als Stärke zuschreibt; nämlich das moderne „Multitasking“. Eine Frau , so sagt man, könne sich gleichzeitig um mehrere Dinge kümmern.

    (die Karikatur ist von Frank Stiefel)


    Sie wäre demnach eine ideale Befehlshaberin über 32 Figuren, die es zu koordinieren gilt.Genau hier liegt das Problem eines gewöhnlichen männlichen Patzers . Er kümmert sich eben nicht gleichermaßen gut um alle Figuren und um alle Felder auf dem Brett.
    Elisabeth Pähtz sagt dazu im Interview mit uns sinngemäß, es sei nun einmal offensichtlich, das Männer die besseren Schachspieler seien und sucht dafür eine Erklärung .Das Männliche Hirn sagt sie, könne möglicherweise logischer denken, aber gemein machen will sie sich mit dieser Auffassung auch nicht so richtig. Schließlich sagt sie,ab einem gewissen Alter dominiere bei der Frau der Gedanke an Familie und Kinder um dann sogleich festzustellen, die Frauen seien zwar schlechter aber kämpferischer.

    Eine Antwort haben wir freilich noch immer nicht, denn es mag ja sein, das eine Frau irgendwann einmal der Familie die absolute Priorität einräumt , doch soll dies der Grund dafür sein, das es 17 jährige Großmeisterinnen nie gegeben hat ? Und ist es denn tatsächlich so, das Frauen mit Kindern weniger leistungsfähig sind ? Die wohl bislang plausibelste Erklärung zum Thema gibt es von Judith Polgar.Die derzeit stärkste Schachspielerin der Welt hat nicht einmal versucht Frauenweltmeisterin zu werden. Im Interview mit Hartmuth Metz für die TAZ sagt Sie im Jahre 2002 , das vergleichsweise schlechte Niveau des Frauenschachs hätte gesellschaftliche Ursachen. Es gelte eben noch immer als annormal , das Frauen Schachprofis werden.In besagtem Interview geht sie hart mit gleich einigen Männern ins Gericht und natürlich kam es dieser klugen Frau niemals in den Sinn, sich mit einem geringeren Ziel als dem Weltmeistertitel zu begnügen.. Erreicht hat sie den Titel nach eigenem Bekunden vor allem deshalb nicht, weil es für sie neben Schach eben auch andere Dinge im Leben geben würde. Bei wenigstens 500 Männern ,die sie kennen würde, gäbe es im Leben eben nur Schach und sonst nichts. Zugegebenermaßen klingt das schon etwas weniger präzise und scheint von Neidgefühlen durchdrungen,denn Judith Polgar behauptet – ebenfalls in besagtem Interview – Frauen könnten genauso fanatisch in Ihrer Arbeit aufgehen. Wenn diese Analyse stimmt, wären auch hier die Waffen gleich verteilt. Folgerichtig kommt die Polgar zu dem Schluss, das es keinen Grund gäbe, Frauen und Männer im Schachsport zu trennen.
    Na sag ich doch !
    Doch lassen wir den einstmals besten aller männlichen Schachspieler einmal zu Wort kommen.
    Garry Kasparow soll über Judith Polgar folgendes gesagt haben:
    "Es ist unvermeidlich, dass die Natur gegen sie arbeitet, und das sehr bald. Sie besitzt phantastisches Schachtalent, aber sie ist trotz allem eine Frau. Das liegt alles an den Unvollkommenheiten der weiblichen Psyche. Keine Frau kann einen längeren Kampf durchhalten. Sie kämpft gegen die Gewohnheit von Jahrhunderten und Jahrhunderten, seit Anbeginn der Welt.“ (Zitiert in Alex Dunne, 2010 Chess Oddities , S.78)
    Ich will mich da vorsichtig ausdrücken, aber ein Mann, der sich so viel Zeit seines Lebens dem Schach gewidmet hat, ist ganz sicher kein Fachmann für weibliche Psyche.Was genau den Frauen fehlt, bleibt unbeantwortet, denn allgemeine Hinweise auf deren Psyche sind nicht wirklich überzeugend.Schon gar nicht überzeugend sind die Versuche der Männerwelt, das Frauenschach zu „fördern?!“. Mit Damenligen und Damenturnieren hält man sich die Frauen ganz prima vom Leib,doch worin genau soll die Förderung bestehen, wenn Frauen nur gegen Frauen antreten?
    Im Nachbarland Österreich geschah nun der absolute Supergau für jeden Frauenschachreferenten. Die Kärntnerin Eva Moser gewann die Staatsmeisterschaften 2006. Allerdings war sie keineswegs in der Damenkonkurrenz angetreten. Und was jetzt ? Soll diese kluge, intelligente, Internationale Meisterin sich jetzt Herren-Staatsmeister nennen? Sie ist doch kein Kerl.Meine These zum Thema Frauenschach ist folgende:
    Die Schach spielenden Männer haben hier einen genialen Schachzug gefunden, um eigene Bedürfnisse zu befriedigen. Eine Frau als Gegnerin ist vielen Männern unangenehm , denn sie kann einen Mann durchaus nervös machen. Letzterer ist dann zur vollen Entfaltung seiner Fähigkeiten womöglich gar nicht mehr in der Lage. Dagegen hat eine Ansammlung von vielen Schach spielenden Frauen für die Männer durchaus etwas „leckeres“ und man sagt wohl nichts falsches, wenn man behauptet, das eine Elisabeth Päthz oder eine Alexandra Kostenjuk mehr mediale Aufmerksamkeit erregen, als eine ganze Herren-Nationalmannschaft. Wenn hübsche Frauen sich auf dem Schachbrett kriegerisch auseinandersetzen, so hat dies für das männliche Schachpublikum möglicherweise den gleichen Reiz, als würden 2 seicht bekleidete Frauen im Schlamm miteinander Catchen.Ist ja auch kein Wunder, denn alle hier namentlich genannten Frauen spielen bedeutend besser als die meisten männlichen Schachspieler auf dem Erdball . Wer also schachlich schon nicht versteht, was die Frauen da machen, kann sich auf das erotische Element konzentrieren.

    Eines ist sonnenklar; einer Frau wird es nur dann gelingen, die weltbesten Herren im Kampf um die Krone zu schlagen, wenn sie - wie Judith Polgar – sich nicht im Frauenschach verheddert.
 
Autor: Heiko Seiling
 
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