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Kommentare / Kolumnen
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| Sommerloch - Loch den Sommer! |
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Es muss nicht immer Schach sein - nein anders: es muss nicht immer Ernst sein - auch nein! Aber jedes Jahr Sommer und das dazu passende Loch? Auf keinen Fall! "Den Sommer gelocht" mit einem Blick über die Bretter ...
Schachcomputer bzw. Computerprogramme, die auf das Lösen von Schachproblemen spezialisiert wurden, sind im Zweifelsfalle zwar nicht über alles (taktische) Wissen erhaben, verweisen den homo ludens aber schon des öfteren mal in die Schranken. Ab und an passiert eben Erstaunliches, so wie in der folgenden Diagrammstellung:
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 Weiß am Zug Gebe ich die unten gezeigte Stellung in Chessbase 9 ein, erscheint bei aktivierter Option "Drohung als Pfeil" sofort der 'Fingerzeig' nach a4, da Da4 der Gewinnzug für Weiß ist. Deep Fritz 10 zeigt selbigen auch ohne Umschweife an, doch Junior 10, der als Taktik-Monster gilt und schon mal Fritz im Weltmeisterschaftsrennen der Rang abläuft, will diesen Zug einfach nicht finden und beharrt auf Ld3 mit ausgeglichener Stellung ... Ist es nun beruhigend oder beängstigend, dass auch Analysewerkzeuge taktisch "blind" sein können? ;)
 | Was nicht alles mit Schach in Verbindung gebracht werden kann?! Begegnete mir doch neuerdings ein großer Transportlaster mit der Aufschrift " Spedition Schach" und einem angedeuteten Brett - nanu wundert man sich? Haben Niggemann & Co. Konkurrenz in bisher ungeahnten Größendimensionen bekommen? Nein keineswegs, ein Blick auf die Homepage des Anbieters verrät, dass es sich hierbei "nur" um eine Anlehnung an das königliche Spiel handelt. Alle Jahre wieder ... kommt wer-auch-immer, ändern sich die Regeln zur Ermittlung des Schachweltmeisters (naja, der Zyklus ist wohl noch kürzer ;)) oder erscheint eine neue Megapartiedatenbank. Kein Wunder, werden ja auch immer mehr Partien notiert, veröffentlicht und verbreitet. Doch ist noch keine ' Mutter aller Datenbanken' perfekt! So fehlen zum Beispiel in der aktuellen MegaBase 2007 von ChessBase (bei Datenbanken anderer Anbieter sieht es mit Sicherheit nicht anders aus!) nachfolgende Partien - weitere " Lücken im Archiv" mit Sicherheit nicht ausgeschlossen. Aber es gibt ja Updates. Damit die Partien eines Tages nicht doch noch verloren gehen, gibt es selbige bei uns (sofern vorhanden) zum Download: |
| Shumow - Winawer, Petersburg 1875 | | PGN-Download | | Fuetterer - Zinkl, Znaim 1897 | | PGN-Download | | Schlechter - Meitner, Wien 1899 | | PGN-Download | | Botwinnik - Scharov, Leningrad 1928 | | PGN-Download | | Yurgis - Botvinnik, 1931 | | PGN-Download | | Kraus - Costin, Schweiz 1938 | | PGN-Download | | Parr - Wheatcroft, London 1938 | | PGN-Download | | Nezhmetdinov - Piotrowkij, UdSSR 1940 | | PGN-Download | | Ragozin - Veresov, Moskau 1945 | | PGN-Download | | Boleslavsky - Smyslov, Leningrad 1948 | | PGN-Download | | Kovacs - Beni, Wien 1950 | | Partienotation uns nicht bekannt | | Filip - Grushkova-Belska, Prag 1951 | | PGN-Download | | Itken - Kefler, Schottland 1955 | | Partienotation uns nicht bekannt | | Tscherepkov - Sazonov, UdSSR 1968 | | Partienotation uns nicht bekannt | | Karpov - Enevoldsen, Skopje 1972 | | PGN-Download | | Johansson - Ekenberg, Schweden 1974 | | Partienotation uns nicht bekannt | | Hort - Radulov, Albena 1974 | | PGN-Download | | Taimanow - Jussupow, UdSSR 1982 | | PGN-Download | | Stepite - Zelina, Riga 1984 | | Partienotation uns nicht bekannt |
Wie verhält es sich aber mit solch heiklen Sachen, wie dem Verschwinden von Bauern - so geschehen in der Partie zwischen Feyerfeil - Lipke, Breslau 1889 und bemerkt im KARL Ausgabe 2/2006 auf Seite 25? Diese tauchen letzenendes gar nicht in den Datenbanken auf und können auch nicht ohne weiteres komplettiert werden, denn wie soll die Software bzw. das Datenbankformat damit umgehen, dass ein nicht gezogener oder geschlagener Stein auf einmal nicht mehr vorhanden ist.
Ach ja, wer etwas über den Teller- bzw. Brettrand schaut, der findet (sich) in anderen Brettdisziplinen eventuell auch lesenswertes. So z.B. das interessante Interview mit dem Go-Spieler Cristian Pop (" Solaris") aus Rumänien, einem der derzeit stärksten europäischen Go-Spieler, der vom Schach zum Go wechselte. Liest man aufmerksam, wird man feststellen, dass analog zum Schach auch beim Go das Training mit einem erfahrenen Lehrer die meisten Fortschritte erzielt. Wie es sich mit der Nachfrage verhält, darüber schweigt er sich leider aus. Er belegte bei der diesjährigen 28. Weltmeisterschaft der Amateure einen mehr als respektablen vierten Platz und unter dem Interview kann man zwei Partien von dieser WM online nachspielen bzw. downloaden. Wer nun Appetit auf mehr bekommen hat und ohne menschlichen (Go)-Gegner ausgestattet ist, dem kann mit der Freeware CompoGo und der spielstarken freien Engine gnuGo abgeholfen werden. Weniger geübte haben wohl eher ein Erfolgserlebnis beim Einsatz von IGoWin - ebenfalls Freeware - oder einfach die Spielstärke von gnuGo runterschrauben ;) |  |
Schach und Geld - ein immer "heißes Thema", sei es in Bezug auf die Verdienstmöglichkeiten, auf eventuelle Betrugsversuche oder mögliche Machenschaften. Aber auch halbwegs emotionslos kann man diese Frage versuchen zu erörtern, wie im englischsprachigen (Diskussions)-Raum unter dem Topic "Chess Professional Salary" nachzulesen.
 Wenn wir aber schon bei Zusammenhängen sind, so sind die Relationen zwischen den Spiele(r)n wie Schach, Backgammon, Go, sowie Blackjack und Poker nicht eindeutig zu benennen. Mir fallen ad hoc Bill Robertie (Schach-Backgammon-Poker) und Dan Harrington (Schach-Poker) von den Vertretern der langjährig vertretenen Garde ein. Dem Glücksfaktor nach sortiert, schließe ich Schach und Go einmal aus (sieht man von den Momenten, bei denen der Opponent mit "Blindheit" geschlagen ist ab). Aber wie verhält es sich bei Blackjack, Poker oder Backgammon?
Fangen wir mal mit vorwiegend in Casinos gespielten Blackjack (in Deutschland auch als "17 und 4" bekannt) an! Dieses Spiel wird mit 312 Karten (6 x 52, Französisches Blatt ohne Joker) gespielt, wobei dem Dealer bis zu 7 Gegner gegenübersitzen. Die Regeln im Groben: Ziel ist es mit zwei oder mehr Karten näher an 21 Punkte heranzukommen als der Dealer, ohne selbige zu überschreiten. Soweit so einfach! Um die Erfolgswahrscheinlichkeiten gegenüber dem Dealer zu steigern hatte der Mathematikstudent Ed Thorp in den 60ern ein Zählsystem erfunden und damit nicht unerheblichen Erfolg gehabt. Die Casinos durchkreuzten aber bald die Pläne der Kartenzähler und erhöhten die Anzahl der Stapel, mischten neu wenn sich die Gewinne erhöhten oder baten 'verdächtige' Gewinner die Lokalität zu verlassen. Raffinierter war die Erfindung und der Einsatz eines Mini-Computers, welcher das Zählen übernahm und die nötige Aktion mitteilte. Jede Art von Computern ist in Casinos mittlerweile verboten, sodass hier der Rahmen des rechtlich Erlaubten überschritten wird. Cleverer stellten sich in den frühen Neunziger die drei Studenten Semyon Dukach, Katie Lilienkamp und Andy Bloch des Massachussets Institute of Technology an: Sie entwickelten ein Dreier-System, wobei jedem eine besondere Rolle zuteil wurde:
| * Späher | | Spieltische beobachten und auf erfolgsversprechende Situationen achten | | * Kontrolleur | | wird vom Späher gerufen, wenn eine günstige Situation eintritt | | * Spieler | | steigt auf Hinweis des Kontrolleurs in das Spiel mit hohen Einsätzen ein |
Da der eigentliche Spieler nur an den Tisch kommt, wenn die Situation großen Vorteil versprach wurde der Gewinn nahezu maximiert und die Enttarnung als Zähler relativ gering gehalten. Über viele Jahre hinweg hat das Trio große Gewinne einsammeln können, bis ein Casino nach monatelanger Überwachung mit Hilfe von Kameras die Arbeitsweise der drei enttarnte.
Poker (Texas Hold'em) hingegen ist komplexer anzusehen und die mathematisch-analytische Seite beginnt bei der Ermittlung der Pot Odds, die bestimmen ob der zu tätigende Einsatz rentabel sein könnte. Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir an ein Spieler am Tisch hält A♥ A♠ auf der Hand und erhöht vor dem Flop entsprechend die Blinds. 2 Spieler gehen mit und auf dem Flop erscheinen die folgenden 3 Karten 7♦ 8♣ 10♥. Wie nicht schwer zu erkennen ist keine Flush Draw-Gefahr und das höchste Paar wäre momentan A♥ A♠. Gefahr droht aber durch die möglich Straße oder einem Drilling. Spieler 1 checkt, Spieler 2 (mit A♥ A♠) setzt den vollen Betrag des Pots (der Pot wird also verdoppelt), Spieler 3 geht aus dem Spiel. Spieler 1, welcher sich bisher als sehr aggressiver Spieler präsentiert hat geht All-In (sprich: er setzt fast die Summe des bisherigen Pots). Der Spieler mit A♥ A♠ muss also noch knapp 1/4 an Chips erbringen, um um den ganzen Pot zu spielen! Was könnte Spieler 1 für ein Blatt haben? Aufgrund der mitgegangenen Erhöhung vor dem Flop ist eventuell von einem Paar auszugehen. A 9 (Farbe beliebig) ist zwar weniger wahrscheinlich (noch weniger denkbar erscheint Bube-Neun), muss aber anhand der bisherigen Spielweise in Betrachtung gezogen werden, da er dann eine offene Straße (ihm fehlen noch die 6 oder der J zum komplettieren) hätte. Gegen einen Drilling 7, 8 oder 10 hätte A♥ A♠
momentan verloren, kann bei einem weiteren Treffer bei noch 2 verbleibenden Karten aber gewinnen. Aufgrund des Checks nach dem Flop ist aber davon nicht unbedingt auszugehen. Nehmen wir also einmal an, dass Spieler 1 eine hohe Karte und eine 9 hat, was seine Chancen auf die Straße maximiert. Rein rechnerisch ist Spieler 2 mit A♥ A♠ derzeit vorn und wird ca. 65% der Spiele gegen die mögliche Straße gewinnen. Gehen wir davon aus, dass Spieler 1 keinen Drilling hat und auf die Straigh Draw spielt, so ist dies aufgrund der Potgröße und des noch zu erbringenden Betrages ein klarer Call für den Spieler mit A♥ A♠.
Worauf ist hingegen beim Backgammon zu achten? Im Gegensatz zu Poker handelt es sich wie Schach um ein Mann-gegen-Mann-Spiel. Aufgrund der Verwendung von Würfeln spielen auch hier Wahrscheinlichkeiten eine nicht unbedeutende Rolle. Doch analog wie beim Schach gilt es hier Eröffnungen, Referenzpositionen usw. zu kennen. Zum besseren Verständnis folgendes kleine Beispiel:
 Rot am Zug Gerade der Dopplerwürfel verleiht Backgammon gegenüber Tavla eine sehr taktische und schnittige Komponente. Doch wie ist mit selbigem umzugehen? Nehmen wir obiges Beispiel, bei welchem der Spieler mit den roten Steinen am Wurf ist. Der Dopplerwürfel liegt auf der bereits 4 und Rot könnte selbigen vor dem Wurf gebrauchen, um den Einsatz erneut - in dem Falle auf 8 - zu verdoppeln. 36 Kombinationen sind durch den Einsatz von 2 Würfeln möglich. Der Spieler mit den roten Steinen würde bei allen 1-en (außer 1-er-Pasch!) nicht beide Steine vom Brett nehmen können und somit verlieren, da der Spieler mit den schwarzen Steinen mit jeder Kombination beide Steine vom Brett nehmen kann. Das heißt 10 von 36 Kombinationen lassen Weiß verlieren, was eine Verlustquote von ca. 25% ausmacht. Beim Matchstand von 0:0 bei einem Match auf 11 Punkte sollte der rote Spieler den Doppler anbieten und sein Opponent ablehnen. Interessant ist aber folgendes: Beim Stand von z.B. 2:0 (bei einem Match auf 7 Punkte) für den roten Spieler würde bei Geben des Dopplers und Annahme der Ausgang des kompletten Matchs auf diesen einen Wurf gelegt werden! Sollte der schwarze Spieler dann annehmen? Meiner Meinung nach ja, denn bei Ablehnung liegt er 6:0 und damit deutlich im Match zurück - Rot müßte nur noch einen Punkt und Schwarz sieben Punkte erreichen. Rot sollte nicht doppeln, denn ohne zu Doppeln hat Rot also eine Matchgewinnwahrscheinlichkeit von 91% im Falle des Spielsieges. Wirft er aber eine der 10 Kombinationen liegt er 2:4 im Match zurück, da dann Schwarz die vier Punkte erhält. Vergleicht man beide Gewinnwahrscheinlichkeiten im Verhältnis "verschenkt" Rot knapp 3% der Match-Gewinn-Wahrscheinlichkeit im Falle eines Doppels. Dem extremen Machteinfluss des Dopplerwürfels auf Spielverlauf und -ergebnis ist entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken.
 Backgammon in Pardubice 2007
... und wo wir schon mal beim Backgammon sind, in Pardubice findet alljährlich im Sommer ein großes (Schach)Spektakel statt, was aber noch mehr zu bieten hat. So z.B. die 'Meisterschaften' in Go, Shogi, Renju, Scrabble, Bridge und zahlreichen Kartenspielen oder den Schulschachmeisterschaften.
 Qatar gegen Südafrika bei den Schulschachmeisterschaften in Pardubice 2007 Langfristig gesehen könnte man die Voraussetzung Erfolg in diesen Spielen folgendermassen festhalten: Schach (vorwiegend Können), Backgammon (Können + Glück halten sich die Waage), Poker (Glück ist ein nicht unwesentlicher Bestandteil neben dem Können). Eine Betrachtung von Frank Frigo zwischen Backgammon und Poker kann hier nachgelesen werden. Gleichermaßen gilt für alle diese Spiele, dass es Informationen zu verarbeiten gilt und anhand dieser Situationsanalyse zu betreiben ist, dessen Rückschlüsse eine Entscheidung abverlangt. Wer daran Freude findet und sich noch im Offline-Spiel be[s]tätigt erlebt gesellschaftliches Miteinander, was in vielen Fällen schon für positive Energie(n) sorgen kann ...
 Shogi-Turnier in Pardubice 2007
(C) 2007, Frank Große redaktion@schachlinks.com
| | | | Autor: Frank Große |
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