Anzeige
Schach - Schachturniere - Schachvereine
 
Links  Turniere  Vereine 
  Kommentare / Kolumnen
 
Schachseminar - Das positionelle Qualitätsopfer
 
    Das positionelle Qualitätsopfer Teil 1

    Schachseminar 3

    Das positionelle Qualitätsopfer

    Teil 1: Standardopfer auf c3, c6, f3, f6

    © Copyright 2007 by Schachtherapeut Manfred Herbold, Stauf



    Teil 1: Standardopfer auf c3, c6, f3, f6

    Herbold - Fritz 3 40 Züge / h + 30 min, 23.07.1995

    1.Sc3 Sf6 2.e4 e5 3.g3 Lb4 4.Lg2 0–0 5.Sge2 Sc6 6.0–0 d6 7.h3 Lc5 8.d3 Le6 9.Lg5 h6 10.Le3 Lxe3 11.fxe3 Se7 12.d4 Dd7 13.g4 Lc4

    Nun folgte, wie aus heiterem Himmel, ein Qualitätsopfer auf f6. Sinn + Zweck?

    Weiß erhofft sich auf Grund der halboffenen f-Linie, des schwachen f6-Bauern, des starken Figurenfeldes f5, der geschwächten schwarzen Königsstellung eine langfristige Initiative am Königsflügel.

    14.Txf6!? gxf6 15.Sg3 Kh8 16.b3 La6 17.Df3 Sg8 18.Sd5 c5

    18...Dd8 19.Sh5 c6 20.Sdxf6 Sxf6 21.Sxf6 Durch die Drohung 22.Df5 erreicht Weiß leicht Remis. Z.B. 21... Kg7 22.Sh5+ usw. 21... Dc8? Wird stark mit 22.g5! beantwortet.

    19.Sxf6 De6 20.Sd5 Tac8 21.c4 b6

    Schwarz muss mit 21...b5! sofort Gegenspiel suchen. Da er noch beide Türme besitzt, ist es logisch Linien zu öffnen, damit diese ins Spiel kommen.

    22.Tf1 Lb7 23.Sh5 cxd4 24.exd4 exd4 25.Dd1! d3 26.Tf5!

    Verhindert, dass Schwarz die Diagonale mit De5 stopft.

    26... Lxd5 27.Sf4 De8 28.Sxd5

    Zwischenbericht: Die Aktivität der weißen Figuren, vor allem auf den starken Feldern d5 + f5, die Diagonal a1-h8, deren Besetzung durch die weiße Dame nicht verhindert werden kann, die Passivität nahezu aller schwarzen Figuren, der schwache Bauer d3, die immer noch geschwächte schwarze Königsstellung geben Weiß mindestens volle Kompensation.

    Anzumerken ist, dass es meist einfacher fällt (und erheblich mehr Spaß macht!) anzugreifen als sich zu verteidigen.

    28... b5!

    Nun kommt endlich der thematische Zug. Doch Schwarz muss gut aufpassen um nicht doch in Nachteil zu geraten.

    29.Da1+ Kh7?!

    Riskant. Solider wäre es mit 29... f6 die passive Verteidigung aufrecht zu erhalten.

    30.e5! bxc4 31.Le4! Kg7 32.Sf6?!

    Mit 32.Dd4! hätte Weiß seine Angriffsstellung aufrecht erhalten können.

    32... Sxf6?

    Mit 32... Dd8! kann Schwarz sich erfolgreich verteidigen und langsam die Oberhand gewinnen.

    Z.B. 33.Sh5+ Kh8 34.e6 c3 35.exf7 Db6+ 36.Kg2 De3 37.fxg8D+ Kxg8 38.Ld5+ Kh7 39.Sf6+ Kh8 -+

    Am Besten noch 34.bxc4 dxe5 35.Txe5 f6 36.Td5 Db6+ 37.Dd4 =+

    33.exf6+ Kg8

    34.Dc1!! d2 35.Dxd2 Dxe4 36.Dxh6 Db1+ 37.Kg2 Dc2+ 38.Kg3 Dc3+ 39.Kh4 Dxf6+ 40.Dxf6 1–0

    Am nächsten Tag ergab sich für mich eine erneute Möglichkeit gegen den "alten Fritz" eine Qualität zu spucken. Gerne machte ich Gebrauch davon.

    Fritz 3 - Herbold 10 sec / Zug, 24.07.1995

    Hier bietet das Qualitätsopfer riesige Chancen! Vielleicht ist es sogar die einzig sinnvolle Fortsetzung um den schwarzen Stellungsvorteil zu verwerten.

    Bei einem Qualitätsopfer ist immer ein Augenmerk auf die gegnerischen Türme zu richten.

    Hier besteht aber keine Gefahr, dass diese aktiv werden können, da der dominante schwarze Läufer auf d4 die offene, bzw. halboffene Zentrallinien verstopft.

    33... Txf3! 34.gxf3 Dxf3 35.Dd3 Dxd3 36.Txd3 Txf2+ 37.Kh1 e4 38.T3d2

    38.Txd4 reicht nicht aus. Schwarz gewinnt das Turmendspiel z.B. mit 38...cxd4 39.Txd4 e3 40.Kg1 Tb2 41.Kf1 Txb3 42.Td6 a4 43.Ke2 Txa3 44.Txb6 Tc3 45.Ta6 Txc4 46.Kxe3 Th4–+

    38...Tf3 39.Kg2 Txb3 40.Te2 e3 41.Ta2 Kf7 42.Te1 Ke6 43.Kf3 Kf5 44.Tf1 g5 45.Ke2+ Ke4 46.Tf7 Tc3 47.Txh7 Txc4 48.Tb7 Tc1 49.Txb6 Th1 50.Tc2 Th2+ 51.Kd1 Txh3 52.Ke2 Th2+ 53.Kd1 Txc2 54.Kxc2 Kf3 55.Kd3 g4 56.Tb8

    Bis hier hat Schwarz das Endspiel recht gut abgetragen. Nun kommen einige schwache Züge, die den Gewinn fast vergeigen und vielleicht nur zum Remis reichen sollten. Doch auch die Maschine patzt!

    56... g3? 57.Tf8+ Kg2 58.Ke2 Kh1 59.Tf1+ Kh2 60.Tf5 g2? 61.Kf3?? g1S+! 62.Kf4 e2 63.Th5+ Sh3+ 64.Kg4 e1D 65.Txh3+ Kg2 66.Th7 0–1

    Wen's interessiert, hier noch der Anfang der Partie:

    1.c4 Sf6 2.Sf3 c5 3.d4 g6 4.d5 Se4 5.Dc2 Da5+ 6.Sbd2 Sd6 7.e4 Lg7 8.Le2 Sa6 9.0–0 0–0 10.Sb3 Dc7 11.Lg5 Te8 12.Lf4 e5 13.dxe6 dxe6 14.Lxd6 Dxd6 15.a3 Sb8 16.Tad1 Dc7 17.Td2 b6 18.Tfd1 Lb7 19.Sa1 a5 20.Se1 Lc6 21.Lf3 Sd7 22.b3 Ted8 23.Sd3 Se5 24.Sxe5 Lxe5 25.h3 Ld4 26.Dc1 e5 27.Sc2 Tf8 28.Se1 f5 29.Dc2 Db7 30.exf5 Txf5?! 30...e4! 31.Lxc6 Dxc6 32.Sf3 Taf8 33.Kh2

    In der Französischen und in der Sizilianischen Verteidigung kommen Qualitätsopfer auf c3 und f3 häufig vor, da dort naturbedingt halboffene Linien entstehen.

    Adams (2590) - Epischin (2620) Ter Apel, 1992

    1.e4 e6 Französisch 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Ld7 6.a3 f6 7.Ld3 Dc7 8.0–0 0–0–0 9.Lf4 c4 10.Lc2 h6 11.h4 Le8 12.b3 cxb3 13.Lxb3 Lh5 14.Sbd2 fxe5 15.dxe5 Lc5 16.Db1 Sge7 17.c4 Thf8 18.Lh2 Lxf3 19.Sxf3

    19... Txf3! 20.gxf3 Sd4 21.Kg2 Sef5 22.Lg3 Df7 23.f4 g5 24.cxd5 gxf4 25.dxe6 Dh5 26.e7 Sxh4+! 27.Lxh4 Dg4+ 28.Lg3 f3+ 29.Kh2 Dh5+ 30.Kg1 Se2# 0–1

    Movsesian (2668) - Kasparov (2851)

    Bosna Super GM IT Sarajevo (11), 29.05.2000

    1.e4 c5 Sizilianisch 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 e6 7.f3 b5 8.Dd2 Sbd7 9.0–0–0 Lb7 10.g4 Sb6 11.Df2 Sfd7 12.Kb1 Tc8 13.Ld3

    13... Txc3 14.bxc3 Dc7 15.Se2 Le7 16.g5 0–0 17.h4 Sa4 18.Lc1 Se5 19.h5 d5 20.Dh2 Ld6 21.Dh3?! Sxd3 22.cxd3 b4 23.cxb4 Tc8 24.Ka1 dxe4 25.fxe4 Lxe4 26.g6 26.dxe4 Le5+ 27.Sd4 Lxd4+ 28.Txd4 Dxc1+ 29.Txc1 Txc1# 26...Lxh1 27.Dxh1 Lxb4 28.gxf7+ Kf8 29.Dg2 Tb8 30.Lb2 Sxb2 31.Sd4 Sxd1 32.Sxe6+ Kxf7 0–1

    Die folgenden Beispiele stammen aus dem empfehlenswerten Buch:

    Marovic, Geheimnisse des positionellen Schachs.

    (Dort ausführlich mit Kommentaren auf den Seiten 164 - 168.)

    1) Stein - Parma, Lwow 1962

    28.Txf6 gxf6 29.Df2 Kg8 30.Tf1 Tde8 31.Sf5 Dd8 32.Dg3 Kh8 33.Sxd6 33.h4!+- 33...Te7 34.Txf6 Txe4? 34...Td7! 35.Sxf7+ Txf7 36.Txf7 Te5 37.c4 De8 38.Tf1 Dxa4 39.Dc3 De8 40.Lf7 Df8 41.Tf5! Dd6 42.h3 1:0

    2) Smyslow - Trifunovic, Zagreb 1955

    26.Txf6 gxf6 27.Lxf6 Dh5 27...Dc6! ist zäher. 28.De3 h6 29.h3 Df5 30.Lc3 Kh7 31.g4 Dg5

    32.f4 Dh4 33.Kg2 33.f5? Tae8! unklar 33...Tg8 34.De7! +-

    3) Wasjukow - Boleslawski, Kharkow 1956

    16...Txc3 17.Dxc3 Dxa2 18.Da3 Dxa3 19.bxa3 d5! 20.exd5 Lxa3+ 21.Kd2 Sxd5 22.Lf3 Sxf4 23.Txf4 Td8+ 24.Ke2 b5 25.Ta1 Lc5 26.Ta5 Ld4 27.Lc6 Lc4+ 28.Kf3 Lb6 29.Txb5! Lxb5 30.Lxb5 Td2 31.Lc4 Tf2+ 32.Kg3 Txf4 33.Kxf4 h5! =+

    4) Donchew - Lukow, Sofia 1982

    13...Txc3 14.bxc3 Sc5 15.Lc1 15.Lf2! ist zäher. 15...Da8 15...Sfxe4!? 16.Lxe4 Sxe4 17.Txe4 Da8! 18.Tfe1 f5 19.gxf5 exf5 20.Sxf5 Txf5 16.Dh3 Sfxe4 17.f5 e5 18.Sb3 Sxd3 19.cxd3 Sg5 20.Lxg5 Lxg5 21.Tf2 Dc8

    Zusammenfassend kann man sagen, dass ein positionelles Qualitätsopfer eine lang anhaltende Initiative sichern soll. Dies ist vor allem dann möglich, wenn gegnerische Felder (möglichst in der Nähe des Königs) geschwächt werden und diese mit eigenen Figuren kontrolliert und besetzt werden können.

    Meist werden die Qualitäten auf c3, c6, f3 und f6 geopfert.



    Kostenlos anmelden und Geld verdienen !
 
Autor: Manfred Herbold
 
Login
Benutzername:
Passwort:
Newsletter
Anzeige

Sponsored Links:
Partnerlinks
Tischdekoration
Winhelpline
Bußgeldrechner
Zecke entfernen
BMI Kinder
DWZ Rechner

 

Sitemap |
© 2007 schachlinks.com