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Neue Schachuhren im Test !
 
    Testbericht der beiden NEUEN Schachuhren "DGT EASY" und "DGT EASY+" (Kramnik's Choice)

    Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg stellte der holländische Hersteller DGT in den letzten Tagen zwei neue Schachuhren vor. Die "DGT Easy", die in den Farben blau, gelb, grün und rot erhältlich ist, richtet sich vor allem an Spieler und Schachvereine, die eine leicht zu bedienende ("Easy" heißt im Englischen "einfach / leicht") digitale Schachuhr suchen, die nicht all zu teuer seien sollte. Für einen sehr moderaten Preis im Vergleich zu Konkurrenzprodukten, erhält der Schachfreund eine solide verarbeitete Uhr, welche nachdem sie mit 2 Batterien (Typ AA) bestückt wurde, sogleich einsatzbereit ist.
    Sämtliche Knöpfe zur Bedienung befinden sich an der Vorderseite, was einerseits praktisch ist, aber andererseits verhindert, das diese Uhren je das FIDE-Gütesiegel erhalten werden - zu leicht wird es dem absichtlichen Schummler gemacht, durch einen schnellen Druck auf den Ein/Aus-Schalter die Uhr wieder auf Ihre Ausgangszeit zurückzusetzen.

    Dies ist wohl durchaus beabsichtigt, denn DGT will sich intern keine Konkurrenz zu der bekannten Uhr "DGT 2000" machen, die allerdings in etwa das Doppelte kostet.
    Eine ordentliche Anleitung liegt bei, sie ist jedoch fast unnötig - die Uhr ist wirklich simpel zu bedienen! Nach dem Einschalten blinken Rahmen um die Start-Zeiten beider Seiten und man kann mit den Plus/Minus-Tasten deren Startzeit erhöhen oder vermindern. Man kann jedoch auch dem rechten oder linken Spieler (mit dem rechts/links-Knopf) eine andere Zeit als dem Gegenspieler einstellen. In dem Feld in der Mitte läßt sich dann noch einstellen, ob man die eingestellte Bedenkzeit für die ganze Partie meint, oder nur jeden einzelnen Zug (das wäre ein anderer Spielmodus). Ein extra Knopf mit einer Note läßt die Uhr in den letzten Sekunden vor Blättchenfall warnend piepen - diese wird auch im sehr gut ablesbaren Display angezeigt und sollte bei Turnierpartien natürlich abgeschaltet sein! Fertig !

    Dann drückt man noch auf den Play/Pausen-Knopf und schon beginnt die Uhr zu laufen, oder gleich nochmal, dann hält sie an, bis die Spieler sich in aller Ruhe an ihre Plätze gesetzt haben. Die Uhr ist überhaupt sehr intuitiv zu bedienen und die auf den Knöpfen eingeprägten Symbole sind wir von Fernbedienungen her zur Genüge gewohnt.
    Wenn bei einem Spieler die vorgegebene Zeit abgelaufen ist, erscheint im Display dieses Spielers ein Fähnchen und die Uhr beginnt von jetzt an aufwärts zu zählen.
    Beispiel: Bei einer Bedenkzeitregelung von 40 Zügen in 2h und 1h für den Rest der Partie würden also am Anfang 2:00h/m eingestellt werden. Wenn ein Fähnchen vor dem vollendeten 40. Zug erscheint, kann man auf Blättchenfall reklamieren, und danach wieder wenn (nach vom Spieler verbrauchten 3 Stunden) das Blättchen im Display steht und 1:00 h/m angezeigt wird.

    Die "DGT EASY+" (Kramnik's Choice) unterscheidet sich von der vorgenannten Uhr einerseits durch die Farbwahl: Schwarz - aber auch durch die zuätzlich eingebauten Spielmodi für den "Bronstein"- und den "Fischer"-Modus. Dies sind Spielmodi bei denen jeder Spieler abgesehen von seiner Bedenkzeit eine zusätzliche Zeit für jeden Zug erhält, die beim "Fischer"-Modus auf die Bedenkzeit addiert wird und beim "Bronstein"-Modus verfällt. Die FIDE setzt bei Turnieren und auch bei Bundesliga-Turnieren verstärkt auf diese Zeitmodi, da durch sie der 10.2.-Paragraph der FIDE-Regeln (das ist die Regel über das Ausblitzen des auf Gewinn stehenden Gegners am Ende der Partie) entfällt.

    Obwohl diese Uhren insgesamt überzeugen, sei an dieser Stelle auch auf das einzige Manko hingewiesen, das sie meiner Ansicht nach aufweisen: Die Funktionsweise des Ein/Aus-Schaltknopfes. Dieser ist so programmiert, daß bei kurzem Druck hierdrauf die Bedenkzeiten zurückgesetzt werden (Reset-Funktion) und bei längerem Drücken wird die Uhr abgeschaltet. Viel günstiger wäre es umgekehrt gewesen: Durch kurzen Druck schaltet sich die Uhr ab (würde sich aber die Bedenkzeiten auf dem Display merken) und längerer Druck löst die Reset-Funktion aus. Das dies nicht so gelöst wurde, finde ich schade, denn dann wären die Uhren perfekt!

    Diese Uhren sind sicherlich eine sehr gute Anschaffung für jede Privatperson - denn die leichte Bedienbarkeit überzeugt sofort - und auch für die Vereine der unteren Spielklassen, die endlich in den Genuß einer digitalen Schachuhr kommen wollen, jedoch ein enges Budget besitzen.
    Für die in den obersten Klassen spielenden Schachvereine - für die Bundesligen sowieso - aber auch für große Turniere scheinen die beiden Uhren (im Vergleich zur "DGT 2000") eher ungeeignet. Die Schiedsrichter auf stark besetzten Turnieren, welche sowieso schon mehr als ausreichend beschäftigt sind, werden sich ungerne noch Streitfälle anhören wollen, ob jemand versehentlich den Reset-Taster der Uhr gedrückt habe oder dies mit Absicht geschehen sei und so weiter und so fort...


    Die beiden Uhren gibt es im Fachhandel und natürlich auch im Schachversand Freibauer-Nord .

    Gerald Appel
    Anmerk. der Red.;Der Autor ist selbst aktiver Schachspieler mit einer DWZ von 1746 und regionaler Schiedsrichter




 
Autor: Gerald Appel (Freibauer -Nord)
 
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