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HOW TO BEAT 1 D4
 
    Es ist Sonntagmorgen, Mannschaftskampf, Brett 1 ist krank, ich habe schon wieder Schwarz. Mein Gegner, frisch geschniegelt, hypersolide, spielt 1.d4. Habe am Vorabend in einem Topalov-Interview gelesen, dass gegen d4 im Gewinnsinne schwer etwas zu machen ist. Ich atme tief durch und weiß, ich brauche einen zweiten Kaffee. Nach 2 Stunden starre ich auf meine verkrampfte Position und habe immer noch keine Idee, was ich mit meinem eingebauten weißfeldrigen Läufer machen soll …
    Wer kennt sie nicht, diese Gefühle? Ich selbst habe jahrelang das abgelehnte Damengambit versucht und oft vergeblich auf aktives Gegenspiel gehofft. Mit "How to beat 1 d4" von James Rizzitano werden dem durchschnittlichen Vereinsspieler Wege aufgezeigt, wie man gegen das Damengambit und Damenbauernspiele schnell und effektiv seine Figuren entwickelt. Beim angenommenen Damengambit sind keine Bauernwalzen mehr zu fürchten, kein Lavieren auf der 7. und 8. Reihe, es geht um dynamisches Gegenspiel. How to beat 1 d4 ist ein Eröffnungsbuch aus der Perspektive des Schwarzspielers. Rizzitano hat Partien von Großmeistern und aller Weltmeister, die mit dem angenommenen Damengambit durchaus erfolgreich waren, mit Computerhilfe analysiert.Viele Fernschachpartien wurden in die Analysen eingearbeitet. Gerade das Fernschach spielt bei der Entwicklung und Vervollkommnung scharfer Theorievarianten ja eine große Rolle. Was ist eigentlich die Strategie hinter 2...dxc4? Sollte Schwarz nicht warten, bis Weiß seinen weißfeldrigen Läufer entwickelt hat? Wenn die Dinge nur so einfach wären … Eine der Ideen des sofortigen Schlagens auf c4 ist es, e5 mit einem Zug durch-zusetzen, um freies Spiel zu erhalten. Weiß benötigt in jedem Fall Zeit, die Schwarz zur schnellen Figurenentwicklung nutzen kann. Am Ende der Eröffnung hat Schwarz rochiert und alle Leichtfiguren aktiv entwickelt. Das sind doch Perspektiven für aktives Gegenspiel … Was mir an Rizzitanos Buch besonders gefallen hat, sind die Kapitel mit pragmatischen Tipps gegen Damenbauernspiele. Wer wurde nicht schon mit d4, Sc3, Lg5 oder d4, Sf3, Lf4 malträtiert? Rizzitano verspricht mit seinen Repertoirekonzepten keine Wunderdinge, nur freies Figurenspiel und Aussichten auf Initiative – und das ist für den normalen Schwarzspieler schon eine ganze Menge.


    Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von SCHACH Niggemann zur Verfügung gestellt.
 
Autor: Bernd Steinhagen
 
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