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Rezensionen
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| Deep Fritz 10 + Seniorendatenbank 2007 |
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| | EDV-technisch gesehen macht in diesem Jahr alles "neu" der Februar und dort fällt insbesondere die aufwendige Markteinführung von Microsoft Vista, Office 2007 und Exchange 2007 auf. Vor ca. einem Jahr gelangten die ersten x-86-DualCore-Prozessoren auf den Massenmarkt und der breite "Siegeszug" wird in Desktop- und Notebooksystemen seit Herbst 2006 angetreten. Ach ja Herbst vergangenen Jahres! Da stellte sich Weltmeister Wladimir Kramnik nach erfolgreicher Titelverteidigung/-zurückeroberung in Bonn dem großflächig medial verarbeiteten Ereignis die "Ehre der Menschheit" zu verteidigen, wie er selbst betonte: der Schaukampf gegen Deep Fritz. Technisch nicht ganz so aufregend gestaltet sich der Erwerb neuer Datenbanken. Ein CD-Laufwerk ist für die aktuelle Senioren-Datenbank 2007 vom Förderverein des Deutschen Schachbunds ausreichend.
Historische Technik
 Quelle Schach Report 12/1987 Historisch große "Umwälzungen" sind im EDV-Bereich in Jahren gerechnet vollzogen und unterliegen fast unmerklich eigenen Zeitgesetzen. Knapp 20 Jahre ist es her, dass u.a. in der Ausgabe 12/1987 der Zeitschrift Schach-Report oben stehende Werbung abgedruckt wurde. Wie bereits der renommierte Schachspieler und Publizist Dr. Paul Tröger feststellte (Schach-Report 07/1988) ist der Ex-Weltmeister hier etwas gekürzt aus seinem umstrittenen Buch "Die politische Partie" zitiert worden. Die vollständige Formulierung lautete: "Ich halte die elektronische Schachdatenbank für die wichtigste technische Neuerung im Bereich der Schachinformation seit der Erfindung des Buchdrucks." Mit dem Stichwort Vollständigkeit gelingt mir (hoffentlich) der Schwenk in die Neuzeit. Denn darunter versteht heutzutage ein Verkäufer oder Werbefachmann in der PC-Branche ein System, welches zwei Prozessorkerne in einem Chipgehäuse vereint. Klar, getreu dem Motto "Zwei sind besser als einer" hat auch der PC-Laie kaum schlagfertige Argumente gegen die für die Hardwareindustrie zukunftssichernden Parolen. Nun, auch die Energieindustrie profitiert vom Fortschritt, denn solche Systeme fordern viel Strom, produzieren viel Wärme (welche abgeführt werden muß), was wiederum ausgeklügelte Kühlsysteme bedingt. Mit einem Blick in die Testberichte der entsprechenden Gazetten wird schnell klar, dass nicht automatisch die doppelte Rechenleistung verfügbar ist und die Software hierfür speziell optimiert sein muß. Ach ja, der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass wohl noch in diesem Jahr die ersten Quad-Core-Prozessoren für den Endkonsumentenmarkt verfügbar sein werden und der Inhalt dieser Einleitung wohl alsbald so altbacken wirken dürfte wie das Werbeplakat ...
Deep Fritz 10
Dem arbeitstechnischen Umstand geschuldet "durfte" ich direkt nach Produkteinführung von Microsoft Vista ein aktuelles Dual-Core-System (2 x Intel(R) Core(TM)2 T5600 1,83 GHz) testen. Die Installation von standardisierter Software auf Windows-Betriebssystemen war in den letzten Jahren zumeist kein Problem und stellte auch den herkömmlichen Anwender eher selten vor große Schwierigkeiten. Deep Fritz 10 sollte mein erstes externes Testprogramm auf einem Vistasystem werden, so dass ich zuerst in meiner Standardbenutzerumgebung (ohne administrative Rechte) einen Installationsverlauf probierte. Leider ohne Erfolg! Im Administrator-Kontext hingegen hat sich die Software sofort problemlos installieren lassen und ich hoffte auf einen Beginn der Testphase - nachdem ich vorher die Installation von DirectX 9.0c abgebrochen hatte (Vista verwendet ausschließlich die neuere Version 10).
 | Nach erfolgreichem Neustart blieb ich enttäuscht zurück, denn das System befand sich von nun an in einem Dauerbootzyklus wegen eines kritischen Fehlers. Beruhigenderweise gibt es ja seit Windows XP die sogenannten Systemwiederherstellungspunkte und so konnte das System vorerst auf den Stand vor der Installation zurückgesetzt werden. Der Ursache mußte nachgegangen werden, zumal ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Schachsoftware derartig tief in das System eingreifen würde. Am Windows Installer liegt es vermutlich nicht, da Vista Version 4.0 verwendet und für die Installation unter XP Version 3.1 benötigt wurde. Nach einigen Überprüfungen etc. dann die Entwarnung, die TPM-Software des Systemherstellers scheint noch nicht ausgereift genug zu sein und nach der Deinstallation selbiger erzeugte die Installation von Deep Fritz 10 keinen Dauerbootvorgang mehr. |
Schnell noch die Seriennummer von dem 44-seitigen Manual eingegeben und die bekannte Oberfläche erblickt ... Nun also wieder zurück zum herkömmlichen Anwender und versucht das Programm zu starten, aber weiterhin kein Erfolg, die Software erkennt die DVD möglicherweise nicht als Original-DVD an. Im administrativen Kontext läuft hingegen alles tadellos! Da Deep Fritz 10 deutlich vor Vista erschienen war, denke ich, dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte bis ein Patch erscheint, der das Programm auch mit normalen Rechten korrekt arbeiten lässt. Erfreulich ist, das die Software unter Windows 2000/XP tadellos arbeitet und sich hier auch auf einem System ohne zweiten Prozessor installieren, wie auch nutzen läßt!
Für Einsteiger
Das Handbuch ist in deutsch und englisch verfasst und verschafft einen Grobüberblick über die wichtigsten Features, detaillierte Informationen erhält man in der digitalen Hilfe oder in den Beiträge der Chessbase-Supportseite. "Hilfe" ist ein gutes Stichwort, denn dieser Menüpunkt offenbart mehr als 'nur' die Programminformationen und Handbücher ... So gibt es neben den bereits länger bekannten Funktionen Wink (Tipps zur Stellung), Vorschlag (Berechnung eines Zugvorschlags), Drohung (grafisches Anzeigen der taktischen Drohungen) bereits seit Fritz 9 einige neue Features! Am auffälligsten in dieser Version sind die "dynamischen Tipps", welche die Kräftewirkung mittels grafischer Elemente verdeutlichen sollen. "Eröffnungstipps" zeigt die wichtigsten Eröffnungszüge mittels Pfeilen an. Dazu wird keine Engine benötigt, sondern die statistischen Werte des Eröffnungsbuches werden ausgewertet. Erfreulicherweise werden zwar sinnvolle Alternativen angezeigt, so z.B. in der Grundstellung die Züge 1. c4, 1. d4, 1. e4 und 1. Sf3, aber einen direkten Mehrwert für den Einsatz dieser Option kann ich nicht erkennen. "Pläne zeigen" (zu finden im Extras-Engine-Menü) geht noch einen Schritt weiter und versucht Detailinformationen auch aufgrund möglicher Pläne mit den Markierungen darzustellen. Die drei Funktionsweisen soll die aktuelle Partie Carlsen - Morozevich vom Superturnier in Morelia (17.02.2007) verdeutlichen:
 Weiß am Zug möchte Lf1-g2 spielen. Berührt man die Figur, zieht selbige auf das Zielfeld und hält die Maus gedrückt, so erscheint obige Grafik. Der runde Kreis symbolisiert hierbei die Ausgangsstellung und die gestrichelte rote Linie zeigt die aktiven Möglichkeiten inklusive der potentiellen Schlagmöglichkeit des Bauern b7 auf.
 Die Möglichkeiten der Spieler - ausgewählt nach statistischer Auswertung des geladenen Eröffnungsbuches.
 Grüne Pfeile zeigen Verteidigungsoptionen und rote Angriffsmöglichkeiten an, wobei auch noch darauf zu achten ist, ob die Linien durchgezogen (direkter Angriff oder Verteidigung) oder gestrichelt dargestellt werden (Drohung, potentielle Möglichkeit). Orangene Pfeile zeigen die Pläne von Weiß, blaue die von Schwarz. Das grüne Feld spielt in dieser Stellung eine besonders wichtige Rolle.
Für Fortgeschrittene und Profis
Für selbige dürfte in den häufigsten Fällen die Stellungsanalyse und -bewertung das "most-wanted-feature" sein. Zur Konfiguration der Stellungsanalyse werden vielzählige Optionen angeboten. Hat man eine Partie oder Stellung geladen und ruft die Analyse auf, so wird zuerst vom Programm die Partiefortsetzung untersucht, wobei Züge, die mit einem Fragezeichen markiert wurden ignoriert werden. Um das Programm 'unvoreingenommen' in die Analyse gehen zu lassen empfiehlt es sich, alle Partienotationen zu entfernen.
 Allein die Möglichkeit nach Tiefe, Gesamtzeit oder mittlere Zeit je Zug einzustellen hat großen Einfluss auf den daraus entstehenden Variantenbaum. Der Schaltknopf Tiefe lässt sich auf "99 Züge" regulieren, aber ich denke, dass hier Arbeitsspeicher und Auslagerungsdatei eher schlapp machen. In diesem Modus ist die Stellungsanalyse im Hintergrund möglich und parallel bremsende Software veranlasst die Engine 'einfach' länger zu rechnen. Bleiben als Alternativen die Angabe in Sekunden, sowie die Angabe der Gesamtzeit. Durch letztere ist es möglich die konkrete Dauer der Analyse besser zu steuern.
Ein wichtiges Feature ist die "plus (Wurzel)"-Option in Kombination mit der "Länge der Varianten". Soll die Ausgangsanalysestellung länger als die nachfolgende Züge analysiert werden, so ist hier der Zuschlag in Sekunden unter "Zeit" bzw. die Anzahl der Züge unter "Tiefe" - je nach gewählter Analyseart - anzugeben. Möchte man eine Stellung konkret aus einer Sicht untersuchen, so empfiehlt sich die entsprechende Farbe einzustellen, um übersichtlichere Analyseergebnisse zu erhalten. Durch Auswahl mehrerer Engines kann eine größere Auswahl von Alternativen entstehen. Die Engines werden in der Reihenfolge ihrer Hinzufügung verwendet. Bei unterschiedlichen "besten" Zügen werden der jeweils beste zur Weiteranalyse verwendet. Zu berücksichtigen ist, dass die Engines selbst noch durch zahlreiche Parameter einstellbar sind und eine selbst zu definierende Hash-Größe benötigen.
Die Verzweigungseinstellungen legen fest, wieviel Alternativfortsetzungen untersucht werden und die Option "Schlechte Varianten abschneiden" empfiehlt es sich einzuschalten, um minderwertige Fortsetzungen nach dem Verfahren der Alpha-Beta-Suche zu ignorieren. Einen Schaltknopf "Standardeinstellung", welcher die voreingestellten Optionen wiederherstellt, habe ich vermisst. UCI-Engine-Tüftler und Konfiguratoren können auch weiterhin dem Schalter-Stell-Ein-Trieb freien Lauf lassen. Auf eine Betrachtung wird hier verzichtet, denn die Konfigurationsmöglichkeiten sind mittlerweile derart vielgestalt, dass der Eindruck entstehen könnte, es gibt Engine-Tüftler und Programmanwender - für beides bleibt dem herkömmlichen User keine Zeit.
Für Jedermann
Die grafische Erscheinung und hier insbesondere der Style wurden XP angepasst. Durch den Einsatz von TrueTypeFonts und Kantenglättung erhält das Interface ein geschmeidigeres Aussehen. 3-D-Brett und Animationen sind bei entsprechender Grafikkarte wieder verfügbar. Das "reale 3-D-Brett" scheint nur mit DirectX 9.0 korrekt zu arbeiten und es erscheint bei Aufruf leider nur der Hinweise selbiges von CD zu installieren, was bei Vista - siehe oben - nicht möglich ist. Sonst habe ich nichts aus den Vorgängerversionen vermisst. Auch der Button "Schachkurs" beim Introscreen fehlt nicht und wird verzweigt auf eine Datenbank mit 1,12 Millionen Partien (bis 10.09.2006). Interessanter dürfte da für die meisten der Blick in den Ordner Videos auf der DVD und der dazugehörigen Datenbank sein, denn auf der einen Seite findet sich ein Anfängerkurs und auf der anderen Seite Beispielvideos aus den diversen Fritz-Trainer-Angeboten. Das Videomaterial nimmt mit 2,2 GB an Daten den größten Teil der DVD ein und ist ausschließlich auf englisch verfügbar. Das neben der Engine wohl am meisten genutzte Feature dürfte der Zugang zum Server "schach.de" sein. Nach dem erfolgreichen Login wird zu allererst automatisch ein Update für die neue schach.de-Software angeboten und durchgeführt.
 Seit dem Launch des Serverraumes im September 2001 hat sich am Erscheinungsbild einiges geändert, so auch mit der neuen Version. Die grafisch gestaltete Weltkarte - der Hype um GoogleMaps läßt grüßen - animiert sicher den einen oder anderen Nutzer zu Spielereien. Eine Direktverknüpfung zu GoogleMaps/Earth bzw. MS Virtual Earth ist im Kontextmenü eingebaut. Die Astro- und Wetterdaten haben mich persönlich noch nie interessiert, aber die Umrechnung der Serverzeit kann für Turniere etc. ganz nützlich sein. Statistisch kann das Online-Schachen in vielerlei Hinsicht ausgewertet werden und umfangreiche Listen und Tabellen bieten die Möglichkeit sich überall (irgendwo) wiederzufinden :) Gespielt werden kann natürlich immer noch, wobei der Eintrag "Nur schnelle Verbindungen" in der Formel für den einen oder anderen Spieler sehr interessant sein dürfte. Mit dem Erwerb von Deep Fritz 10 erhält man - wie bisher auch immer - ein Jahr Zugang zu schach.de.
Benchmarking
Der Blick auf die Ranglisten der diversen Tester zeigt, dass Deep Fritz 10 auch hier schon verwertbare Ergebnisse eingefahren hat. CEGT, CCRL und CSS haben Deep Fritz schon eine Zeit im Testlabor. Rybka läuft derzeit allen ein wenig den Rang ab, doch wir haben Deep Fritz 10 gegen seinen Vorgänger Fritz 9 getestet, analog den Bedingungen des 'Zweikampfes' Junior 10 versus Shredder 10. Junior 10 hat sich nicht motivieren lassen ;) Die Rahmenbedingungen waren wie folgt: Um das Ergebnis nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sind beide Programme im Enginezweikampf hintereinander 5 Partien mit je 30 Minuten Bedenkzeit zuzüglich 30-Sekunden-Bonus pro Zug mit dem Powerbook 2007 angetreten. Die Partien können hier nachgespielt werden, das Ergebnis hat (erwartungsgemäß) zugunsten des größeren und stärkeren Bruders mit 3,5:1,5 bei zwei Siegen für Deep Fritz 10 ausgeschlagen. Detaillierte Tests bitte den Webseiten der Enginespezialisten entnehmen.
 Quelle: c't 3/2006 "Fritz" hat im letzten Jahr seine erste große Null eingesammelt und ist also 10 geworden. Damit befindet sich das Programm in bester Gesellschaft, denn "Eliza" von Joseph Weizenbaum ist im selben Jahr 40 geworden und dürfte als größtes Mißverständnis der Künstlichen Intelligenz in selbige Geschichte eingegangen sein. Ebenso wie wahrscheinlich ein Großteil der Menschheit noch heute denkt, dass die rechnenden Schach-Systeme spielen können ... Die zahlreichen Lern- und Trainingsfunktionen, mit welcher die Software aufwartet, können hier unmöglich alle vorgestellt werden, sich damit auseinanderzusetzen lohnt sich aber!
Senioren-Datenbank 2007
Eher zufällig und auf der Suche nach speziellen Informationen bin ich auf diese CD aufmerksam geworden. Wenngleich ich gestehen darf, dass dies wohl an meinem Horizont liegt, denn der Umfang der speziellen Turnierangebote im Senioren-Schach dürfte in Deutschland nach dem Kinder- und Jugendschach vielleicht den zweiten Rang einnehmen. 91940 von 1979 bis 2006 gespielte Partien in speziellen Senioren-Meisterschaften und -Turnieren machen den Datenbankanteil der CD aus, welche in die auf der unteren Abbildung gezeigten Kategorien aufgeteilt werden:
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 Die Navigation erfolgt praktischerweise via Browser und beinhaltet zudem eine Vielzahl von Bulletins, Fotos, Fortschrittstabellen etc. Warum man auf der Senioren-Webseite des DSB nichts zu der CD finden kann, bleibt mir ein kleines Rätsel (oder ist es zu gut "versteckt"?). Eine Spezial-CD mit Spezialdatenbank - wer hier nicht das gesuchte finden kann, wird es wohl schwer haben...
(C) 2007, Frank Große redaktion@schachlinks.com
| | | | Autor: Frank Große |
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