Der Leser merkt schnell, dass in den Zeilen viel persönliches, logischerweise Autobiographisches steckt und das tut dem Buch im Sinne der Reise gut! Da er gerne etwas von und über sich plaudert und dabei immer wieder einen Blick in sein alltägliches Leben gibt, berichteten auch damals tagesaktuelle Zeitschriften wie z.B. "
Deutsche Schachzeitung 5/1956" (gerade eher zufällig bei der Hand!) über den schachlichen Horizont hinaus.
Bronstein, der nur wegen seines schlechten Sehvermögens nicht zum Dienst bei der Roten Armee während des Zweiten Weltkrieges herangezogen wurde, vollführt eine geographische Zeitreise zwischen der Gegenwart der vergangenen 15 Jahre seines Lebens. Dass es dabei nicht nur auf der Welt der
64 Felder zugeht verhindert einerseits der persönliche, plauderhafte Ton und andererseits seine vielfältigen Bekanntschaften. Von den Vorgängen in
Zürich 1951 erfährt der Leser ebenso, wie vom Privatwettkampf mit
Kortschnoi in den 70ern. Hierzu finden sich auch Partien. Zurückhaltung übt der Autor bezüglich der Vorwürfe, er sei im WM-Kampf gegen Botwinnik von offizieller Seite zum Verlust des Wettkampfes genötigt worden. Seine auf dem Brett bekannte vielfältige Kreativität (zeugen die auf dem Umschlagbild falsch aufgestellten Bilder indirekt auch davon? ;)) zeigte sich in seinem vielfältigen Schaffen für das Schach, sodass er als Magnet und Publikumsliebling im sowjetischen Schach und dem Schach i. A. viel positives erwirkt hat. Er möchte dabei aber nicht ausschließlich im Fokus stehen und so findet man eine angenehme Abrundung des Inhalts durch seine Frau
Tatjana Boleslavskaya, die einiges aus der Sicht als Reisebegleiterin beisteuert (ca.
35 Seiten). Nach Aussagen des Verlages wird dieses Buch leider nicht in die deutsche Sprache übersetzt. Ein paar markante Passagen findet man im Nachruf von
Johannes Fischer in
KARL 01/2007 in deutscher Sprache.
Hans Ree widment "The Sorcerer" Bronstein in
New In Chess 02/2007 ein Memorial und
Jan Timman präsentiert in Ausgabe
01/2007 einen Querschnitt des schachlichen Wirkens.