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Rezensionen
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| Fritz 11 und Deep Shredder 11 UCI |
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| |  | Chessbases' Fritze fischt Shredders Fische? Eigentlich ist mir egal, wer wessen Fische fischt und frisch verspeist. Aber wie bereits Ende des vergangenen Jahres angekündigt gibt es diesen Monat den Vergleich zwischen den neuen Softwarereleases von Shredder 11 für Windows und Linux und Fritz 11 für Windows. | Fritz 11
Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft gab es wieder die (prall) gefüllte DVD mit dem neuesten Fritz, der praktisch auch jedes Jahr älter wird - aber auch reifer? Zu allererst interessiert die meisten (Computer)-Schachfreunde die Spielstärke des neuen Systems und hier hat die Software laut Aussagen des Herstellers ChessBase "gegenüber dem Vorgänger gleich 80 ELO-Punkte zulegen können." Soweit so gut, die Engine-Spezialisten führen entsprechende Vergleichswettkämpfe aus und lassen die Ergebnisse in Rankings einfließen, die den direkten und indirekten Vergleich bewerten sollen, wie z.B. die Liste von Husvankempen, wo der Klassenprimus Rybka gegenüber Fritz noch einen Vorsprung von ca. 100 ELO-Punkten vorweisen kann. Aber wie den Listen zu entnehmen ist hat Fritz zugelegt! Für Interessierte dieser "technischen" Details habe ich früher das Forum von "Computer, Schach und Spiele" empfohlen, welches aber offensichtlich eingestellt wurde (letzte Beiträge aus Januar 2007) und zu dem ich keine Alternative finden konnte. Wo diskutieren die (deutschsprachigen) Computerschacher denn heute (Hinweise bitte per Mail an mich - danke!)?
Was war bleibt? Keineswegs in der Computerbranche, die empfohlenen Soft- und Hardwarevoraussetzungen (und darunter würde ich keine Experimente machen) lauten: Pentium IV Prozessor mit 2,2 GHz oder besser, Windows Vista (ich denke aber, dass XP vollkommen ausreichend ist), 256 MB RAM(in Zusammenhang mit Vista extrem wenig, ich schlage vor, dass der Rechner mindestens über 1 GB Arbeitsspeicher verfügen sollte), GeForce 5 Grafikkarte (oder vergleichbar) mit 64 MB Speicher, 100 % DirectX kompatible Soundkarte, DVD-ROM Laufwerk und Windows Media Player 9. Analog zur Installationsroutine von Deep Shredder 11 wird am Ende des Installationsvorgangs mit dem verwirrenden Fenster zur Installation von DirectX 9 aufgewartet, was von Vista aber nicht benötigt wird, da hier bereits DirectX 10 vorhanden ist. Ein 'Wegklicken' dieses Fensters ist leider nicht möglich. Trotz widerwilligen Betätigen des Buttons läuft die Installation problemlos durch, aber diese Verwirrung muss nicht sein, zumal dieses 'Phänomen' bereits seit der Vorgängerversion existiert.
Was ist aber neu?
Die Trainingsfunktionen wurden erweitert und um den "Online Taktik-Wettkampf" und das "Rechentraining". Bis Ende Sommer vergangenen Jahres gab es Blelo wo man täglich Taktikaufgaben unter Zeitdruck lösen konnte und die Besten in einer Rangliste bis ganz nach oben arbeiten konnten. Genau diese Möglichkeit, aber gekoppelt an den Serverzugang von schach.de gibt es mit dem aktuellen Fritz: " Wettlösen von Taktikaufgaben" online auf dem Schachserver! Natürlich auch mit Bewertungsfunktion und entsprechender Rangliste - wer gern auf dem 2-D-Brett Aufgaben lösen möchte wird über diese Option erfreut sein, zumal der Aufgabenfundus permanent erweitert wird. Hat man eine Aufgabe versemmelt oder möchte sich diese nochmals ansehen, so ist das kein Problem, da alle Stellungen in einer Datenbank im Pfad " Eigene DateienChessBaseMyInternetTactics" gespeichert werden. Wünschenswert wäre hier für die Zukunft eventuell noch die Möglichkeit der Selektion der Spielstärke des Übenden. Rechentraining: Diese Option soll das Variantenberechnen innerhalb einer Stellung üben und der Aufruf dieser Funktion ist aus jeder beliebigen Stellung möglich. Danach können auf dem Brett die gedachten Züge eingegeben werden, ohne dass sich die Figuren bewegen bzw. die Brettstellung verändert wird. Das Ergebnis des Gedachten kann dann auf Legalität (legale Züge) und taktische Korrektheit geprüft werden. Je nach Abschneiden kann der Anwender sogar Punkte erhalten. Interessant ist, dass diese Option auch während Live-Übertragungen auf dem schach.de-Server möglich ist und man seine "Gedanken" in die Partie "einbringen" kann, die meisten werden in dem Falle wohl aber eher zu Engine-Beurteilung greifen ;) |  |
Zum Thema "Aktion ab bestimmter Stellung" fällt noch das 'Thema-Blitz' ins Gewicht, dass es dem Anwender erlaubt, ab einer bestimmten Position Blitzpartien gegen die Engine durchzuführen. Das dürfte für das Entwickeln eines ersten Stellungsgefühls durchaus nützlich sein. Des weiteren gibt es neuerdings "das magische Auge", das für mich unter die Kategorie Gimmick fällt. Das 3D-Brett hat mich selbst noch nie begeistert (aber weil es sehr hohe Anforderungen an die Grafikkarte stellt), es soll auf Nutzer geben, die damit sogar spielen. Wer jetzt noch multimedial unterhalten werden will findet aus der Reihe FritzTrainer Beispielvideos der käuflich erhältlichen Seminare, die einen Gesamtumfang von ca. 14 Stunden (!) ausmachen.
 Alle neuen Funktionen werden vorbildlich mit Einführungsvideos auf der Homepage von ChessBase und der DVD dokumentiert. Hier finden sich auch die Anleitungen (zu den ) der Neuerungen, die aus der Vorgängerversion stammen, was für Benutzer, die einen größeren Releasewechsel vollzogen haben durchaus nützlich ist. Die Datenbank wurde natürlich auch wieder aktualisiert (ebenso das Eröffnungsbuch!) und umfasst über 1,2 Millionen Partien aus dem Zeitraum von 1625 bis Ende Oktober 2007. Für den Normalanwender ist das wahrscheinlich ausreichend, ambitionierte User verwenden sowieso die MegaBase aus selbem Hause. Und selbstverständlich ist der 12-monatige Zugang zu schach.de im Kaufpreis inbegriffen. Ein bahnbrechender Quantensprung zu den Vorgängerversionen ist aus meiner Sicht nicht eingetreten - aber hat selbigen irgendwer erwartet und wie sollte der aussehen? Die Funktionen, die bereits in die Vorgängerversion implementiert wurden sind hier ausführlich beschrieben. Positiv anzumerken, dass ein kleines Handbuch mitgeliefert, dass die wichtigsten Funktionen für Einsteiger erläutert und alles weitere über die Online-Dokumentation nachzulesen oder über Anleitungsvideos nachzuvollziehen ist. An Features, denen ich hier keine Bedeutung geschenkt habe fallen mir noch die nachfolgenden ein, die der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollen: Schach 960, Räuberschach, Handicap-Spielstufen, Engine-Duelle, Hilfefunktionen zur Erklärung der gegenwärtigen Stellung oder Coach, minimale (im Vergleich zu ChessBase 9) Datenbankfunktionen und Eröffnungsbücher und das zweite Chat-Fenster auf schach.de. Mittlerweile gibt es sicherlich Nutzer, die Ihren Zugang zu schach.de erneuern möchten und gleich noch das Software-Update mit den oben genannten Features dazunehmen - warum auch nicht, es ist keine Fehlentscheidung!
Deep Shredder 11 UCI Windows und Linux
Die Installation von Shredder (aus dem Hause Shredder, vergleiche hierzu auch die Rezension von Deep Shredder 11, die bei ChessBase veröffentlich wurde) ist so etwas wie der Maßstab der Software von Morgen. Ein Klick auf die Setup-Datei, die Frage nach der gewünschten Sprache und des Installationspfades und keine 15 Sekunden später ist das Programm startbereit - Spitze! Auch unter Vista mit aktiviertem UAC kein Problem. Fast genau so schnell ist das Shredder Eröffnungsbuch installiert, dass nur dem Umstand geschuldet ist, dass die Installationsdatei ein bisschen mehr als doppelt so groß wie die vom Programm ist. Fehlen nur noch die Endspieltabellen, die es ist in einer "kleinen" Version mit 165 MB und einer schnellen Variante mit 465 MB gibt. Ein Doppelklick auf die einzige Datenbankdatei und Shredder übernimmt den Pfad und die Datei als Standardvorgabe - click and use! Wo viel Licht ist, darf auch ein wenig Schatten sein: so hat mir nicht gefallen, dass Shredder sich automatisch als Standardprogramm für PGN-Dateien festgelegt hat. Die Software lässt sich problemlos auf Windowssystemen ab Windows 2000 installieren. Es gibt noch eine spezielle Mac- und Linux-Variante, siehe hierzu etwas weiter unten. Überhaupt lässt sich bezüglich der Systemvoraussetzungen im großen und ganzen der obige Abschnitt zu Fritz 11 wiederholen.

Deep Shredder 11 nutzt für seine Berechnungen in Mehrkernprozessorsystemen die entsprechende Rechenpower, kann aber auch mit nur einem Prozessor arbeiten (entspricht dann ungefähr dem Spielstärkelevel von Shredder 11) und konnte sich nach Herstellerangaben gegenüber der Vorgängerversion um ca. 100 ELO-Punkte steigern, was gegenüber Fritz zumindest marketingtechnisch keinen Nachteil darstellt ;) Die Oberfläche von Shredder geht schon seit geraumer Zeit gegenüber der Fritz-GUI eigene Wege, aber der Namenszusatz UCI bedeutet das die Engine auch in selbiger GUI einwandfrei funktioniert. Damit bleibt es den Vorlieben des Anwenders vorbehalten, welches Look&Feel ihm zusagt. Die Implementierung erfolgt einfach und problemlos. So habe ich zu Testzwecken beide Engines einmal unter der jeweils anderen Oberfläche genutzt und keine Abstürze oder Störungen zu verzeichnen gehabt. Beim Funktionsumfang waren beide Umgebungen schon sehr ausgereift und die Neuerungen von Fritz sind im oberen Teil aufgelistet, vergleichend hierzu noch folgende Tabelle, dass die Möglichkeiten der Zughilfen beider Softwarepakete miteinander vergleicht:
| (DEEP) SHREDDER 11 UCI | FRITZ 11 |
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| Pfeile für Drohungen, Zugvorschlag, bester Enginezug, letzter Zug | Pfeile für bedrohte Felder + deren potentielle Überdeckung, Drohungsanzeige, Zugvorschlag | | farbige Anzeige für legale Züge,bedrohte Figuren | Coach (meldet sich bei einem selbstdefinierten Schwellwert)
| | Partieprofil: grafischer Verlauf der Partie | Stellungserklärer (für Anfänger) | | Coach, welcher auf grobe Versehen reagiert | |
Der Coach ist hierbei im Gegensatz zu den Vorgängerversionen erweitert worden und versucht bessere Vorschläge zu geben. Aber auch in Sachen Eröffnungsbuch ist eine Neuerung eingetreten: der Opening Advisor. Damit kann Shredder die Eröffnungsphase ohne klassisches Eröffnungsbuch spielen! Shredder bekommt natürlich Hinweise, was in der Stellung zu tun ist, muss den Zug aber selber errechnen. Ob sich hierbei neue Erkenntnisse für die Eröffnungstheorie ableiten lassen wird die Zukunft zeigen! Bleiben noch die Endspiele, die ja schon mit der derzeit 1153 GB großen Endspieldatenbank und dem Onlinezugriff auf selbige bedient werden. Das derartiges Volumen aber auch eine Bremse sein kann verrät die Neuentwicklung der "Shredderbases". Hierbei handelt es sich um extrem komprimierte Datenbanken der 3-, 4- und 5-Steiner. Die 3- und 4-Steiner sind hier nur noch ca. 1 MB groß, was bei dem heutzutage verbauten RAM lächerlich gering wirkt. Der Vorteil besteht in dem extrem schnellen Zugriff (Steigerungsrate Faktor 1000). Der Trick besteht darin, dass in den Shredderbases nur noch das Ergebnis, aber nicht mehr die Anzahl der Züge bis zum Matt verzeichnet werden. Alle Endspiele, die nicht von den Shredderbases abgedeckt werden, können durch die Nalimov-Datenbanken unterstützt werden, mit denen Shredder/Shredderbases sehr gut zusammenarbeitet.
Noch einen Blick auf die Linux-Variante, die in Java programmiert wurde und eine entsprechende Runtime voraussetzt. Beim Testsystem (Debian Sarge R0) war standardmässig noch eine veraltete Version installiert, sodass ein kleines Update vonnöten war, was aber nicht weiter dramatisch war. Ansonsten das Archiv entpackt und schon kann es losgehen. Wer jetzt den kompletten Funktionsumfang der Windows-Version erwartet muss leider etwas enttäuscht werden, es ist aber erfreulich, dass es eine Linux-Version gibt. Den Umfang innerhalb der Linux-Variante bitte ich auf der Hersteller-Homepage nachzulesen.
Stefan Meyer-Kahlen ist es mit seinem Produkt Shredder gelungen ein Rundum-Alternativ-Paket zu der Software aus dem Hause ChessBase zu etablieren. Das wird auch daran deutlich, dass seine täglichen Taktikaufgaben als Plugin für das in letzter Zeit immer beliebter werdende iGoogle verfügbar sind, es eine Version für das Handy, für iPhone und für den iPod und den MAC gibt. Last but not least ist die Marke Shredder Serienweltmeister (zuletzt Computer Blitz Weltmeister) und der Shredder-Onlineserver bietet neben den Aufgaben des Tages, der Eröffnungs- und Endspieldatenbank auch noch die Möglichkeit online gegen die Software anzutreten. Für den Großteil der heimischen Anwender dürfte die Benutzeroberfläche ein nicht minder entscheidendes Kriterium sein, was den persönlichen Vorlieben obliegt. Dank UCI-Protokoll sind die Engines in beiden GUI nutzbar.
Kleiner Engine-Zweikampf
Unabhängig von den großen Testumgebungen diverser Computerschachfreunde, habe ich einen kleinen Blitz-Enginezweikampf durchgeführt, bei dem folgende Einstellungen relevant waren:

Kenner sehen sofort, dass hier ohne Eröffnungsbuch gespielt wurde und das Ergebnis der 13 Partien mit einem 6:5 für die Mehrprozessorvariante denkbar knapp ausfällt. Auffällig die hohe Anzahl von Weißsiegen. Die kompletten Partien können hier heruntergeladen werden.
(C) 2008, Frank Große redaktion@schachlinks.com
| | | | Autor: Frank Große |
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