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Rezensionen
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| Der Schachtherapeut |
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| | Manfred Herbold :Der Schachtherapeut
Hardcover, Fadenheftung,170 Seiten; 15 Euro;1 Euro Versand)
Manfred Herbold, hat sich lange vor dem Erscheinen seines Erstlingswerkes „Der Schachtherapeut“ als eben solcher in der Schachwelt einen Namen gemacht und sich sozusagen selbst eine eigene Marke mit Wiedererkennungswert geschaffen.
So sammelte er bspw. via Webseite Partienmaterial („Vergurkte“ und „Glanzpartien“) und veröffentlichte Artikel in renommierten Schachzeitungen, aber auch auf Schachportalen.
Seine Patienten dürfen im Gästebuch der Webseite Der Schachtherapeut ihr Inneres nach außen kehren.
Nach nunmehr 25 Jahren Turnierschach hatte der eloquente Realschullehrer aus Stauf offenbar genug Material für sein 1. Buch zusammen getragen und es kann niemanden wundern, dass es sich dabei nicht um ein Schachbuch im klassischen Sinne handelt.
Zum Inhalt:
Der Autor stellt zunächst die These auf, im Schach sei der Sieg oft genug von psychologischen Faktoren abhängig und nennt sogleich einige historische Beispiele.
Danach begibt sich der Autor in die Rolle seiner Hauptfigur „Schachtherapeut“ und genau dieser Therapeut lässt uns Leser nun teilhaben, an seinen Versuchen, die therapierwilligen Schachfreunde auf den Weg der Erkenntnis zu führen. Auf diese Weise gelingt es Herbold, zu jeder Schachpartie auch eine Kurzgeschichte zu servieren.
Bei der Auswahl der Themen für diese Kurzgeschichten steht mal eine bestimmte Spezies im Vordergrund wie z.B. „Die psychopathische Plaudertasche“ oder aber ein psychisches Phänomen z.B. „Keine Angst vor Großmeistern“
Zu jeder Story gibt es eine lustige Grafik des bekannten Karikaturisten Frank Stiefel, ein passendes Zitat aus prominenter Quelle sowie meistens auch einen Ratschlag des Therapeuten.
Allen Geschichten gemein ist, dass jeweils psychologische Faktoren den Verlauf der jeweils gezeigten Partie maßgeblich bestimmen. Themen sind u.a . Kombinationssucht, Schachblindheit, Zeitnot etc.
Im 2. Teil des Buches findet der Leser die Beiträge von insgesamt 10 Gastautoren und im 3.Teil gibt es die so genannten Extras,die vor allem aus Ergänzungspartien und Verzeichnissen bestehen.
PRO
Herbold kommt augenzwinkernd schelmisch jedoch niemals oberlehrerhaft daher
und gibt uns einen süffisanten Blick auf die skurrilsten Exemplare unter den Schachfreunden.
Er bedient sich bei den Kommentaren zu den ausgewählten Partien einer klaren rustikalen Sprache, womit die Partien selbst zum Erlebnis werden.
Da werden Fäuste geballt, Figuren gehen flöten und Gegner grinsen hämisch. Lässt sich der Leser emotional mitnehmen, kann er sogar eine wahre Achterbahnfahrt erleben. Mir so geschehen bspw. beim Lesen von “Betrügerschach“, wahrlich ein Highlight im Buch. Köstlich sind zuweilen auch die Tipps des Therapeuten z.B. „Stellen Sie sich den Meister tatsächlich mal in Unterhosen vor !“ .
Sehr originell fand ich „Remis unter Freunden“ in der uns Herbold einen Tipp gibt, wie man Remisen unter Freunden fantasievoll gestalten kann.
Für Layout, Umschlaggestaltung und Illustrationen zeichnet der Berliner Diplom-Graphiker und Deutschlands bekanntester Schachkarikaturist
Frank Stiefel verantwortlich. Einen Besseren hätte man für diesen Job nirgendwo finden können!
Auf Wunsch wird das Buch (ohne Aufpreis) mit einer Widmung versehen und signiert.
Contra
Das Buch hat
keine ISBN-Nummer und ist daher nur beim Autor selbst zu erhalten.
Fazit
Mit seiner humoristischen Aufarbeitung des Themas Schach beweist der Autor Mut, denn Schachspieler stehen am allerwenigsten in dem Ruf, besonders viel Spaß zu verstehen.
Sollten Sie lieber Schachfreund die Gabe zur Selbstironie und den Glauben an die eigene Fehlbarkeit besitzen, sollte Ihnen gar die Lust am Schach vergangen sein oder haben Sie längst alle Hoffnungen auf den Skalp eines Titelträgers aufgegeben,
so gehören Sie ganz eindeutig in die Behandlung des „Schachtherapeuten“.
| | | | Autor: schachlinks.com |
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