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Rezensionen
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| Medienkiste Mai 2009 |
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Eigentlich ist dieser Tage nicht der Raum für das Sitzen hinter Tastatur und Bildschirm. In dieser Rezension aber ein (Über)Blick auf die Softwareerscheinungen der vergangenen Monate ...
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| Herausgeber: ChessbaseTitel: Chessbase 10ISBN: 978-3-86881-106-5 Chessbase, 2008, DVD deutsch, multilingual |
Es sind schon ein paar Jahre ins Land gezogen, dass die Datenbanksoftware einem grundlegenden Update unterzogen wurde. Nun gibt es ChessBase zur Jubiläumsausgabe und ohne Probleme hat sich das Update von der Vorgängerversion installieren (auf Vista) lassen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch nichts anderes erwartet. Die kurze Dauer habe ich zu einem Blick in das beiliegende Heftchen genutzt - auf das auch die Seriennummer (das ist neu!) gedruckt wurde. Eine Parallelinstallation zu ChessBase 9 ist ebenfalls problemlos möglich. Die Software muss - wie in mittlerweile üblich - über das Internet aktiviert werden, was mich aber nicht weiter stört. Im Heftchen die für das Hamburger Softwarehaus übliche Kurzanleitung für die Software - ergo lohnt ein Blick auf den Ordner Anleitungen der DVD, wo Videoanleitungen (modern und löblich) über die Neuheiten informieren.
 "Der Laptop ist der wichtigste Begleiter eines Schach-Profis", äußerte sich Daniel Fridman kürzlich. Aber ohne Datenbank ist dieses Gerät in Bezug auf die Partievorbereitung wenig wert. Hast man die Datenbank benötigt man die Software - (k)ein Teufelskreis ;) Mit einer bestehenden Internetverbindung (wenn möglich DSL) ist nun auch der Zugriff auf die Online-DB der Webseite möglich - direkt aus der Datenbanksoftware heraus. Dies geschieht im Normalfall innerhalb einer Sekunde. Wie ist das möglich? Schließlich dauert eine Suche in der lokal gespeicherten Megabase auch deutlich länger! Ganz einfach: Diese Funktion liefert die aktuell verfügbaren Partien (maximal 1000) zu der gesuchten Stellung. Da ChessBase großen Wert auf die Pflege der Online-DB (schließlich landet ein Großteil der dort aufgenommenen Partien später in der MegaBase) legt, kann für Trend- und Neuerungssucher diese Option sehr hilfreich sein. Zur Lieblingsbeschäftigung vieler Schachspieler - den Eröffnungen - gibt es eine verbesserte Neuerung in Bezug auf die bisherige Referenz-Funktion. Ist diese nun deutlicher schneller im Aufruf wird zugleich ein Wegweiserfenster mit den relevanten Varianten angezeigt, sowie die kritische Variante herausgefiltert. Für die Funktion werden die Partien der Spitzenspieler herangezogen, was auch über der Spalte "Beste Spalte" dokumentiert wird. Im Gegensatz zur Eröffnungsdatenbank wird diese Anzeige dynamisch generiert. Und auch die dritte Neuerung befasst sich mit den Eröffnungen beziehungsweise der Partievorbereitung gegen einen bestimmten Gegner. Über die Spielersuche kann wieder in der Online-Datenbank das Partiematerial (klassifiziert nach den gewünschten Kriterien) ermittelt werden. Den erhaltenen Partienbaum verschmelzt die Funktion "Eröffnungsreferenz" das Material zu einer strukturierten Darstellung des Repertoires. Viele ChessBase-User spielen online auf schach.de - der Zugriff auf die Online-Datenbank ist auch hier verfügbar. Als letzte Neuerung wurde das Spielerlexikon überarbeitet und ist jetzt besser zu durchforsten.
Ein bisschen erinnert mich das ChessBase-Update auf das Vista-Update vor zwei Jahren. Hat es irgendwer dringend benötigt? Nicht unbedingt, aber dennoch wird sich die Software wohl über kurz oder lang auf den meisten PC-begeisterten Schachnutzern finden. Erfreulich bei mir, dass die Abstürze, die ChessBase 9 unter Vista gelegentlich verursachte mit dieser Version verschwunden sind!
Im OpenSource-Sektor kann man sich nie sicher sein, wie lange eine Software verfügbar, gepflegt und weiterentwickelt wird. Bei der Schach-Datenbank-Software SCID, die in der vorliegenden Version schon einige Jahre ihre treuen Fans hat, darf der Anwender hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, da regelmässige Updates nicht auf ein Entwicklungsende schließen lassen. Erfreulich kommt hinzu, dass das Softwarepaket, das ursprünglich ausschließlich für die Linuxuser gedacht war, auch für Windows und PocketPC verfügbar ist.
 Gleich beim ersten Blick erinnert die Oberfläche an TCL/TK-Anwendungen auf X-Systemen. Dies wirkt zwar in der heutigen Zeit etwas altbacken, tut der Funktionalität aber keinen Abbruch. Und genau hierauf legt der durchschnittliche Anwender den Fokus! Die Software, die sich primar auf die Verarbeitung und Verwaltung von Schach-Datenbanken konzentriert verfügt über die nötigsten Tools und Werkzeuge, die benötigt werden: Suchfunktionen (nach Turnierdaten, Stellungsbildern oder Materialkonstellationen), Eröffnungsklassifikation und Eröffungsrepertoire. Hierbei verfügt der Funktionsumfang über weniger Features als die ChessBase-Software, was aber für den Einstieg sicherlich zu verschmerzen ist.
| Herausgeber: ChessbaseTitel: Mega Database 2009ISBN: 978-3-86881-106-5 Chessbase, 2008, DVD deutsch, multilingual |
Alle Jahre wieder ... passiert etwas, dass die Welt nachhaltig beeinflusst. Die regelmässig im Jahreszyklus erscheinende Mega Database dürfte nicht zu diesen Ereignisse zählen, aber dennoch ist dieser Silberling das Karma des ehrgeizigen Turnierspielers. Mit über 200.000 neuen Partien aus dem vergangenen Jahr wächst die Datenbank und wächst und wächst! Gibt es eine ernsthafte Alternative? Eigentlich kaum, da schon allein aufgrund des ChessBase Magazins auf Sorgfalt bei der Erstellung und Anpassung der Daten das Augenmerk liegt. Die Datenbank, der man den Fleiß früherer Karteikarten nicht ansieht, aber ahnt! Der Update-Service der Mega Database 2009 - der auch separat erworben werden kann - sorgt dafür, dass das händische Nachpflegen zwischen erspart bleibt. Der mit der Mega Base mitgelieferte Schlüssel kann verwendet werden fungiert als Update-Service für die Schach-Datenbank. Somit ist auch kein Nachpflegen über das ChessBase-Magazin notwendig und die Partien (mit ca. 5000 Stück immerhin ungefähr doppelt so viele wie beim Angebot von TWIC) werden per Internet prompt heruntergeladen und sind bereits im Mega-Format verfügbar.
| Herausgeber: ChessbaseTitel: Deep Fritz 11ISBN: 978-3-86881-104-1 Chessbase, 2008, DVD deutsch, multilingual |
Mehrkernprozessoren oder Dual Core sind sei geraumer Zeit keine Seltenheit mehr beim PC oder Notebookbetrieb. War diese Technologie, basierend auf einem Mikroprozessor mit mehr als einem vollständigen Hauptprozessor auf einem einzigen Chip früher nur Servern vorbehalten, kann diese nun auf dem heimischen PC genutzt werden. Aber nur die wenigsten Softwareprodukte unterstützen dies direkt. So hat ein solches System für Office, Internet und E-Mail keinen Mehrwert. Wohl aber für rechenintensive Aufgaben wie sie die Schach-Engines zu lösen haben.
Analog zur neuen Version der Datenbanksoftware konzentriere ich mich hier auch auf die Neuerungen der Fritz-Software, denn schließlich sind die altbekannten und zumeist bewährten Features natürlich alle noch vorhanden und einsetzbar. "Rechentraining" ist die möglicherweise sinnvollste Neuerung für den Anwender. Klar - gerade im Amateurbereich - sorgt die Steigerung des fehlerfreien Variantenberechnens gleichfalls für erfolgreichere Ergebnisse und mehr Spielstärke. Genau hier legt diese Funktion den Finger an und sorgt durch ein "minimalistisches" Outfit (siehe Screenshot) dafür, dass man sich eine beliebige (taktische) Stellung zu Gemüte führt. Das bedeutet, dass man seine Zugfolge für beide Seiten (durch Klicken mit der Maus) eingibt und die Züge dabei nicht - wie sonst gewohnt - auf dem Brett ausgeführt werden. Wo ist jetzt der Unterschied zum Lösen vom Diagramm? Ganz einfach - die praktische Hilfe, die die Software gibt, indem neben den Hauptvarianten auch die Nebenvarianten 'gespeichert' werden. Denn die Software führt auf Wunsch zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Legalitätsprüfung durch (hier können schon die ersten 'Denkfehler' bzw. illegale Züge entdeckt werden!). Wichtiger ist aber die Prüfung und Bewertung der eigenen Berechnung, was eine bequeme Kontrolle darstellt.
 Für Spieler, die Ihre Geschwindigkeit beim Lösen von taktischen Problemen steigern wolle bietet die Möglichkeit des "Taktikwettkampfes" auf schach.de ideale Trainingsvoraussetzungen. Blitzschnelles Entscheiden in relativ leichten Stellungen zur Steigerung der memo optische Fähigkeiten. Chat-Fans werden die Möglichkeit des zweiten Chats mit Filteroptionen für schach.de möglicherweise schätzen. Zusätzlich gibt es neben einem verbesserten Eröffnungsbuch, der Datenbank noch ca. 12 Stunden Videomaterial aus diversen ChessBase-Media-Produkten.
Die DirectX-Unstimmigkeiten, die bei Fritz & Co. kurz nach dem Erscheinen von Vista existierten tauchen nicht mehr auf. Auffällig, dass neue Funktionen - neben den verbesserten Rechen-Engines (hier spielt aber die weiterhin steigende Hardwareleistung eine eigene Rolle) - primär für das direkte Schachtraining des Users ausgelegt sind. Ob nun am PC zum Trainieren oder via schach.de zum Zuschauen/Selberspielen an einer der ChessBase-Programme kommt der ernsthafte Nutzer im deutschsprachigen Raum schlicht nicht vorbei.
| Herausgeber: ChessbaseTitel: Deep Rybka 3ISBN: 978-3-86881-097-6 Chessbase, 2008, DVD deutsch, multilingual |
"Traurig, aber wahr", antwortete kürzlich Jan Gustafson auf die Frage ob Rybka der stärkste Spieler (!) ist. Und in der Tat hat kein anderes Programm die Wertungslisten der Computersoftware in den vergangenen Jahren mehr durcheinander gerüttelt. Auch die Engine-Freaks dürften einen ungeahnten Adrenalin-Kick erfahren haben. Mittlerweile - sicherlich aus Marketinggründen - gibt es Rybka direkt bei ChessBase und damit natürlich als UCI-Engine, die unter den vertrauten Oberflächen nutzbar ist.
Somit liegt der Fokus der kurzen Betrachtung hier auf den Engine-Parametern:
 Darf man den Aussagen des Entwicklers Larry Kaufman glauben, so hat die aktuelle Engine ein besseres Verständnis beim Umgang mit Bauern und der Königssicherheit im Vergleich zur Vorgängerversion. Die "Monte-Carlo-Analyse" klingt für das Schach etwas skurril - dahinter verbirgt sich die Hilfe der Bewertung zur Stellung durch tausende von Zufallszügen. Wichtig - und konfigurierbar - sind die Optionen zum "Persistand Hash", die Zwischenergebnisse der Analyse auch bei zwischenzeitlichem Abschalten der Engine speichern. Wer Ressourcen hat, kann hier befreit zuschlagen! Neben der "normalen" Engine-Version gibt es mit Dynamic, Human und Chess-960 drei Spielstil-Engines zum Experimentieren.
Vermisst habe ich die Videotutorials, die auf sonstigen ChessBase-Produkten enthalten sind, da das Handbuch nicht intensiv auf alle Funktionen eingeht und auch kein PDF-Handbuch auf der DVD zu finden war. Etwas enttäuschend auch, dass hier mit dem alten ChessBase-Installer gearbeitet wurde, der auch auf Vista versucht DirectX zu installieren, was das Betriebssytem nicht benötigt. Erfreulich aber, dass es dennoch zu keinen Komplikationen kam.
Derzeit läuft die 17. Computer-Schach-Weltmeisterschaft in Pamplona und Rybka liegt nach 5 Runden mit einer Punktausbeute von 100% in Front.
| Herausgeber: Open SourceTitel: NaumVersion 2 englisch |
Auch im Engine-Dschungel taucht immer wieder ein neuer Name auf, der dann die Listen http://www.computerchess.org.uk/ccrl/4040/ regelrecht durcheinander wirbelt. Zuletzt war dies die Engine NAUM 4, die Rybka auf den Fersen ist und Fritz deutlich zurückgelassen hat. Dabei ist aber zu beachten, dass die Testsysteme (64-Bit, 4 CPUs, etc.) nicht unbedingt dem Referenz-PC des gewöhnlichen Schachspielers entspricht. Aus diesem Grunde wird hier der Spielstärke der Engines keine besondere Bedeutung beigemessen. Auch den Engine-Vergleichtest, der in früheren Rezensionen vorhanden war spare ich mir. Die derzeitgen Unterschiede der PC-Systeme sind gravierend und viele Anwender nutzen noch ältere Hardware.
Wie in der Titelliste beschrieben bezieht sich dieser kleine Einblick auch nur auf die Version 2 (aktuell ist Version 4), die noch frei zum Download auf der Homepage des Entwicklers verfügbar ist. Funktionsumfang und Spielstärke sind für jeden Amateur ausreichend - aber das ist seit Jahren keine Neuigkeit in Bezug auf Schachsoftware. Erfreulich, dass sich die Entwickler an die für Engines mittlerweile gängigen Konventionen gehalten haben und das UCI-Protokoll unterstützen. Damit spielt die Analyseoberfläche keine Bedeutung, egal ob man Nutzer von ChessBase, ChessAssistant oder dem kostenlosen Arena ist. Für das Onlinespiel wird der ICS-Server unterstützt. Für Engine-Freaks und Neugierige ein Blick wert. Für die Zukunft offensichtlich ernsthafte Konkurrenz für die bisher etablierten Programme! Mittlerweile gibt es die Software auch für Linux und Pocket PCs.
| Herausgeber: Shredder ChessTitel: Chess TutorShredderchessdeutsch |
Zu grauen DOS-Zeiten und als Windows 95 das Licht erblickte gab es aus dem Hause TASC mit "Chess Tutor" eine Software, die als fünfstufiges Lernkonzept für zu Hause gedacht war und mir persönlich ansprechend und auch niveauvoll gefallen hat. Mittlerweile hat sich nicht nur auf dem Betriebssystemsektor sehr viel getan - moderne und ansprechende Lernsoftware für unterschiedliche Ansprüche ist ein aktiver Markt im Verkaufsgeschäft.
 Auf der Basis der anerkannten und viel verwendeten Stappenmethode gibt es nun eine Neuauflage eines Chess Tutors, der stark an oben erwähnten Vorgänger erinnert. Im vorliegenden ersten Teil gibt es 15 Basis-Lektionen, die die Ausrichtung ausgehend von einem blutigen Anfänger haben. So wird mit der Beschreibung des Brettes und der Gangart der Figuren begonnen, bevor simple Mattaufgaben an die Kernaufgabe des Spieles heranführen. Durch optische Mittel (Kreise und Pfeile) wird der Blickpunkt auf das Wesentliche gelenkt. Die Shredder-Engine erlaubt Trainingsmatches und das Anlegen von Profilen ermöglicht Mulit-Account-Nutzung.
Die Software für Einstieger ab dem Jugendalter kann durch saubere Aufmachung und logisches Konzept überzeugen.
| Titel: Kampf der Könige - Anand versus KramnikISBN: 978-3-00-025678-3 Schnittstelle GbR, 2008, DVD deutsch, multilingual |
Vor dem Weltmeisterschafstkampf zwischen Anand und Kramnik im vergangenen Jahr wurde eine zweisprachige (deutsch/englisch) DVD auf den Markt gebracht, die die beiden Protagonisten vorstellte. Diese ist in Rummel der Ereignisse und Veröffentlichungen möglicherweise etwas untergegangen, was etwas schade ist, da es sich hier um eine 'saubere' Produktion handelt. Der Werdegang beider Persönlichkeiten wird dargestellt und durch Interviews - auch von Managern, Trainern, Gönnern und Kennern der Szene bereichert. Dabei ist es im Wesentlichen gelungen keine Verzerrung oder Glorifizierung (einzig Hensels Aussagen über Kramnik stimmen nicht mit meiner Wahrnehmung überein) zu erreichen. Das Porträt wird um allgemeine Aussagen zum Thema Schach und die Begleitung der Turniere in Miskolc, der Chess Classics und Corus abgerundet. Kaum Neues für Hardcore-Freaks, aber eine gelungene Symbiose für Fans und Interessierte - fehlt eigentlich nur noch die Ausstrahlung auf ARTÉ ...
(C) 2009, Frank Große redaktion@schachlinks.com
| | | | Autor: Frank Große |
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