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Rezensionen
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| Das Online-Magazin ChessVibes Openings |
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| |  | | In dieser Woche ist die fünfundzwanzigste Ausgabe des seit Jahresanfang wöchentlich erscheinenden Online-Magazins "Chess Vibes Openings" erschienen. Dieses kleine Jubiläum ist Grund genug sowohl die rasche Entwicklung der populären Webseite als auch einen Blick in das Magazin zu werfen. "Chess Vibes" ist seit 2007 online und ist dem Schaffen des Niederländer Peter Doggers entsprungen. | |  |
Dabei begann die Webseite zunächst "nur" als Blog des starken Amateurspielers (ELO 2279, 1 IM-Norm), der sich aktiv und auch erfolgreich an europäischen Turnieren beteiligte. Doch massiv steigende Besucherzahlen und die Freude daran mit Videotechnik neue Impressionen von den Turnieren zu übermitteln. Nicht die Blogs, Twitters und Foren haben die schachliche Präsentation von Turnieren im Web revolutioniert! Auf den Major Events sind er und seine Kamera heutzutage nicht mehr wegzudenken. Die Idee des Blogs begann auf lokaler Ebene in seinem Amsterdamer Verein als logische Folge der wöchentlichen E-Mail-Vereinszeitung, in der die Partien der Klubmitglieder (!) untereinander analysiert wurden. Sowohl der Faktor der Unübersichtlichkeit, wie auch die zu großen Zeitabständen zwischen gespielten Partien und Analysen wurden dem Anspruch nicht gerecht ... der Blog wurde zum "Forum" für Kommunkation ohne Schranken.
Rasch wurden aus 200-300 regelmässigen Besuchern die doppelte Anzahl nachdem er begann die Webseite auf Englisch (statt wie vorher Holländisch) zu gestalten. Nach einem Videobericht des legendären Corus-Turniers knackte er die 15.000-Marke ...
Das Magazin "Chess Vibes Openings" befriedigt den Voyeurismus der Eröffnungsfetischisten. Die letzten Neuerungen wöchentlich im Postkasten - wer holt sich da nicht kurz vorm Turnier oder Punktspiel noch mal einen Anreiz?! Frei nach dem Motto "What's hot and what's not?" werden die wichtigsten Entwicklungen, aber auch dramatische Einschätzungen bestimmter Systeme auf Toplevel mit Begründung gegeben. Die zwei Internationalen Meister Merijn van Delft und Robert Ris analysieren die Partie der Woche. Daneben analysiert ein Experte jede Woche die Besonderheiten einer Eröffnung. Mit dem Übergang zwischen Eröffnung und Mittelspiel verlässt der Spieler normalerweise die (Auswendig)-Lehrpfade und ist auf selbstständiges Denken oder seine Improvisationskunst am Brett angewiesen - die "Hot-or-Not-Analysen" versuchen hier anzusetzen. Seit Ausgabe 15 besteht jede wöchentliche Ausgabe aus vier Seiten, anstatt wie zuvor drei. Jedes Volumen von Chess Vibes besteht aus einer PDF- und einer PGN-Datei. Erstere beinhaltet das eigentliche auch im Bildschirmformat gut lesbare Magazin, während in der PDF-Datei alle relavanten Partien kommentiert (!) verfügbar sind. Die Partien im Magazinteil sind im 3-Spaltendruck abgehalten und die Analysen versuchen sich auf das Kernthema zu konzentrieren, was primär durch Variantenbäume geschieht. In den aktuellen Eröffnungsneubewertungen wird Bezug auf die Referenzpartie und den bemerkenswerten Zug nebst Bedeutung hingewiesen. Das Material kann auch gedruckt sehr gut lesbar genutzt werden. Ideal für den Aufbau/Ergänzung von Datenbanken und aufgrund der Formatswahl uneingeschränkt für jegliche Software ist die PGN-Datei nutzbar.
Die Highlights der ersten fünfundzwanzig Ausgaben (alle Partien wurden 2009 gespielt) waren:
- #01 - das scharfe Springeropfer im Sweschnikow-Sizilianer aus der Partie Almasi - Ni Hua
- #02 - ein neues Txc3-Motiv im wiederbelebten sizilianischen Drachen, gespielt in Aroshidze - Vocaturo
- #03 - die Reparatur von Botwinnik Semislawisch, nachgefragt in dem holländischen Duell van Wely - Smeets
- #05 - Swidlers frühzeitiges 7. Lc2 im Archangelsk-Spanier, Swidler - Stefanova
- #07 - Baradmize gegen Braun im Semislawischen Theorieduell während der 80. Deutschen Meisterschaften, Baradmize - Braun
- #08 - 4... Lc5 in der Spanischen Eröffnung als Grundsatzdiskussion basierend auf der Partie Kamsky - Topalow
- #09 - neue Ideen in der Schottischen Variante mit 4... Lb4+ aus der deutschen Bundesliga, Naiditsch - Roiz
- #12 - Caro-Kann als "heißestes System" für den Schwarzspieler gegen 1. e4, Karjakin - Morosewitsch
- #15 - 5. Dc2 als Stolperstein für das solide Damenindisch, Shulman - Friedel
- #17 - Totgesagte leben länger: Französisch Winawer mit 7... dxc4, Karjakin - Kamsky
- #20 - 6. Lg5 im Najdorf wie in den alten Tagen zwischen Altbekannten, Iwantschuk - Topalow
- #21 - Feuriger Sweschnikow-Sizilianer entzündet von Shirow gegen Carlsen
- #23 - 6. Df3 als Überraschung gegen Najdorf, Short - Grandelius
- #25 - Doppeltes Bauernopfer in der eigentlich solid-positionellen Katalanische Verteidigung, Caruana - Perez Candelario
Eine vollständige Leseausgabe kann der interessierte Schachfreund mit Ausgabe #16 hier herunterladen. Das Jahresabo kostet 25 Euro und ist damit knapp unter 50 Cent die Ausgabe zu haben. Wer einzelne Ausgaben erwerben möchte, kann dies für den Stückpreis von 1 Euro erledigen.
(C) 2009, Frank Große redaktion@schachlinks.com
| | | | Autor: Frank Große |
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