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Bücherkiste Juli 2009
 



    Sommerzeit, Reisezeit! Aber auch Lesezeit, zumindest für viele ob unterwegs, im Wald, am Strand oder in heimischen Gefilden. Die Bücherkiste mit Empfehlungen für den, der Freude an Lehrreichem und Diagrammen hat ...



    Autor: John Nunn
    Titel: Schnell gewinnen im Schach


    ISBN-13: 978-1-904600-93-0
    ISBN-10: 1-904600-93-X
    Gambit Publications, 2008, 271 Seiten
    deutsch

    "Wie Sie Ihre Gegner in Windeseile zur Strecke bringen" prangert nicht übermäßig betont, aber doch entdeckbar, links unten auf dem Cover - wer wünscht sich das nicht? Schneller Erfolg, wenig Aufwand - Wunschdenken, das auch im Schach nicht ausbleibt! Wenn John Nunn, der Mastermind des Gambit Verlags zur Feder greift, dann gilt es einen genaueren Blick auf den Inhalt zu werfen und einem möglicherweise reißerischen Buchtitel nicht übermäßig Beachtung zu schenken. Schließlich wurde er bereits zweimal vom Britischen Schachverband mit der Auszeichnung "Buch des Jahres" belohnt, der zumindest in der englischsprachigen Schachbuchszene keine irrelevante Bedeutung besitzt.

    "Schnell gewinnen im Schach" gliedert sich in die Reihe 'Geheimnisse der Großmeister' und widmet sich 125 Kurzpartien mit entscheidendem Ausgang, die gerade auf Amateur- und Vereinsspieler oft eine faszinierende Wirkung ausstrahlen. Dabei greift das Autor nicht auf alte Kamellen und grobe Eröffnungsträumereien zurück, sondern bietet bunte Gemüse durch die jüngere und bereits länger zurückliegende Turnierpraxis auf Meisterebene (1971-2006). Ganz frisch ist das Konzept dann aber doch nicht, denn es handelt sich bei dem vorliegenden Werk um eine Aktualisierung des vor zehn Jahren erschienenen und weitestgehend vergriffenen Buches "101 Brilliant Chess Miniatures".

    Der Idee und der Art, wie Nunn an die Partien herangeht lässt einen tieferen Sinn anstatt nur das Aufzeigen der gemachten Fehler erkennen: jeder Spieler kennt die demütigenden Emotionen einer raschen Niederlage und vermutet mehr als "nur" technisches Unvermögen in ein solchen Leistung. Insbesondere emotionale Fehleinschätzungen lassen eine Partei das bekannte Fahrwasser verlassen und den sicheren Hafen in ungeahnte Sichtweite verschwinden. Hier kommentiert Nunn unterhaltsam und teilweise flapsig wie das bestraft werden kann, aber auch worauf zu achten ist, damit man selbst nicht zum Treibgut wird. Keine eröffnungstheoretische akademische Erarbeitung, Varianten im überschaubaren Maß und ein Beutel voller Tipps für Amateurspieler auf Vereins- und Turnierebene. Hier die Leseprobe.


    Autoren: Karsten Müller, Rainer Knaak
    Titel: 222 Eröffnungsfallen nach 1. d4


    ISBN: 978-3-283-01000-3

    Edition OLMS,2008, 147 Seiten
    deutsch

    Bereits 2007 gelangte ein Buch mit fast ähnlichem Titel in die virtuellen Regale der Schachbuchhändler: "222 Eröffnungsfallen nach 1. e4". Nun also selbige Intention in Bezug auf die geschlossenen Eröffnungen. Einige dürften dem Irrtum unterliegen, dass in diesen Eröffnungssystemen kaum rasche Siege möglich sein. Mag sein, dass die offenen Eröffnungssysteme über mehr Potential verfügen, aber Vorsicht ist bei jeder Eröffnungsphase geboten, egal in welches Raster diese kategorisiert wird.

    Dass diese Idee nicht neu ist beweisen zahlreiche Vorgängerpublikationen und auch ein Wink auf das Nunn-Buch in diesem Artikel sei angebracht. Die hier stattgefundene Klassifizierung zeigt das Bedürfnis nach Struktur und Übersichtlichkeit im Dickicht der Eröffnungs"fallen". Müller und Knaak, die beide sowohl für ChessBase als auch im schachpublizistischen Sinne aktiv sind versuchen aus dem Gestrüpp die wichtigsten Zweige hervorzubringen. Wie beim e4-Band verrät ein Blick in die Quellen aber, dass hier nicht mit aktuellstem Material gearbeitet wurde, denn die mittlerweile vier Jahre zurück liegende Megabase 2005 ist das Hauptreferenzwerk. Neuer Aufwasch im alten Wasser? Nicht unbedingt, eher Datenmaterial in Papierform. Denn obwohl die Auswahl der Beispiele sorgfältig auf den Leser wirkt, ist der Teil der Kommentare auf ein Minimum und zumeist auf überschaubare Varianten begrenzt.

    War der Rezentent schon beim e4-Buch dem Bedarf einer solchen Publikation im Zeitalter von rasant wachsenden DVD- und Internetdatenbanken skeptisch, so ist er es auch bei dem vorliegenden Buch, sodass ich mein Statement hier wiederholen kann. Bereits Andrew Soltis wußte auf die Frage wieviel Theorie man können muss zu vermelden: "Das absolut mindeste ist: Sie müssen die Fallen kennen, die in Ihren Eröffnungen auftreten!", doch andererseits findet bereits auf Amateurebene eine Spezialisierung der behandelten Eröffnungstheorie statt, sodass dieses Sammelsurium sicherlich seine Ansprechpartner findet, mich aber nicht überzeugt hat. Desweiteren sind die Besitzer großer Datenbanken auch schon Besitzer der vorgestellten, eventuell wissen Sie es nur noch nicht ... Vom Verlag New In Chess gibt es eine Reihe "Tactics in the Opening", die spezieller und tiefgründig untersucht, denn letztenendes werden ja die (taktischen) Fallen hervorgehoben.


    Autoren: Jörg Hilbert, Björn Lengwenus
    Titel: Fritz & Fertig - Schach-Rätselblock 1+2


    ISBN: 978-3-89835-737-1 (Rätselblock 1)
    ISBN: 978-3-89835-736-4 (Rätselblock 2)
    Terzio, 2008
    deutsch

    Es muss nicht immer der Umgang direkt am Brett, vor dem PC oder mittels herkömmlicher Literatur sein, um Verbesserung im Schachspiel zu erreichen. Insbesondere für Kinder ist spielerische Abwechselung wichtig, was sich die Erfinder des Schach-Rätselblocks wohl ebenfalls gedacht haben: Björn Lengwenus, der das Hamburger Schach nachhaltig geprägt hat ist für sein vergangenes Werk in diesem Jahr mit dem Schachpreis ausgezeichnet worden. Seine schachlich-didaktischen Fähigkeiten und Aktivitäten prägen das Kinder- und Schulschach in Deutschland. Jörg Hilbert ist kein Schachspieler, sondern Autor und Zeichner. Er hat mit seinen Kindermusicals zu "Ritter Rost", die auch das derzeitige Aushängeschild des Terzio-Verlages ist, mehrfache Auszeichnungen erhalten.

    Vor zwei Jahren erschien die erste Ausgabe, die mit über 80 Aufgaben eine "Block"-Reise zusammen mit Fred, Fritz und Bianca - den Helden der gleichnamigen Software-Reihe - anbietet. In diesem Jahr ist die die Fortsetzung des Rätselblocks erschienen, der für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr geeignet ist. Auch diesmal finden sich über 80 Aufgaben, die schachliches Gehirnjogging anbieten. Dabei ist die Größe des Blockes so gehalten, dass dieser bequem in jeden Rucksack passt! Neben Matt- und Taktikaufgaben finden sich Suchrätsel, aber auch Schach-Sudokus oder Worträtsel, sodass eigentlich die ganze Familie auf Ihre Kosten kommen kann und so manche Zug- oder Autofahrt sprichwörtlich wie im Fluge vergehen kann. Aufgrund der Möglichkeit die Blätter vom Block zu trennen, kann man den Lösungserfolg sehen. Vielleicht gibt es den Rätselblock eines Tages als Abreißkalender - wer weiß?!


    Autor: David Vigorito
    Titel: Chess Explained - The Main-Line Slav


    ISBN-13: 978-1-906454-05-0
    ISBN-10: 1-906454-05-1
    Gambit Publications, 2009, 111 Seiten
    englisch

    Schon seit einiger Zeit gibt es unter dem Oberbegriff "Chess Explained" eine Reihe von Eröffnungsbüchern, die sich zwar detailliert mit speziellen Eröffnungssystemen befassen, dabei aber auf Umfang und Akribie von Monographien verzichten. Dabei wird auf die Amateure und Liebhaber gezielt! Das Rezept ist simpel: 25 ausführlich dokumentierte Partien - zumeist - aktuelleren Datums sollen das Augenmerk auf die Kernthemen der betreffenden Eröffnung lenken. Eine abschließende Kurzzusammenfassung gibt das Wesentliche wieder.

    Beim vorliegenden Werk des amerikanischen IM David Vigorito, der in den vergangenen zwei Jahren mit zwei Publikationen zu Semi-Slawisch und Nimzoindisch - noch unter dem Banner des Quality Chess Verlags - in Bezug auf Detailtiefe und Themenkenntnis auf sich aufmerksam gemacht hat, versucht hier in komprimierter Form seinen mitteilenswerten Fundus zu übermitteln. Die Hauptvarainte der Slawischen Verteidigung wird durch die Züge 1. d4 d5 2. c4 c6 3. Sf3 Sf6 4. Sc3 dxc4 charakterisiert:

    Das bedeutet, dass in dem vorliegenden Werk kein Bezug zu Semi-Slawisch (4... e6) oder in Vergangenheit populär gewordene Variante 4... a6 zu finden ist. Auch das Abspiel 4. e3 beziehungsweise die Abtauschvariante haben keinen Einzug erhalten, wie das Inhaltverzeichnis weiß:
    • Holländische Variante: Weiß spielt 9. De2
    • Holländische Variante: Weiß spielt 9. Sh4
    • Zentrumsvariante: Schwarz spielt 6... Sbd7 7. Sxc4 Dc7
    • Zentrumsvariante: Schwarz spielt 6... Sbd7 7. Sxc4 Sb6
    • Zentrumsvariante: Schwarz spielt 6... e6
    • Schwarz vermeidet 5... Lf5: Bronstein- und Smyslow-Variante
    • Weiß vermeidet 5. a4: Das stille 5. e3 und das Geller Gambit
    Die Theorie der Hauptvariante der Slawischen Verteidigung wurde von vielen Weltmeistern gespielt und ist heutzutage zu Gast im Variantenkoffer der Topspieler, was bedeutet, dass die Theorie sich in einem konstanten Fluß befindet. Zur erfolgreichen Beherrschung dieser Eröffnung ist das Verständnis der entstehenden Bauernstrukturen in Zusammenhang mit dem Figurenspiel essentiell. Die fünfundzwanzig für dieses Buch ausgewählten Partien wurden zwischen 2001 und 2008 gespielt und geben somit einen aktuellen Einblick in die Slawische Hauptvariante. Zur Leseprobe hier klicken. Für Spieler, die sich mit dieser Eröffnung einsteigend auseinandersetzen wollen ist dieses Buch eine gute Wahl. Da die Erörterungen und Analysen fortgeschrittenes Niveau aufweisen ist ein solides Schachverständnis Voraussetzung.


    Autor: Valentin Bogdanov
    Titel: Chess Explained - The Grünfeld


    ISBN-13: 978-1-904454-06-7
    ISBN-10: 1-906454-06-X
    Gambit Publications, 2009, 127 Seiten
    englisch

    Das vorliegende Buch entspringt wie die vorige Besprechung der Reihe "Chess Explained" und kann die entsprechenden Charaktermerkmale aufweisen. Auch Valentin Bogdanov versucht auf komprimierten Raum die Heranführung an die umfangreiche Theorie, auch unter Berücksichtigung, dass der Fokus bei Büchern dieser Reihe nicht auf dem Theoriesegment angesiedelt ist! Dabei möchte er Spieler mit einer schwächeren strategischen Vorbildung mitziehen, da die Grünfelderöffnung zu den komplizierten und komplexen Antworten von Schwarz auf 1. d4 zählt. Der Aufbau wie folgt:
    • Fianchetto Grünfeld: Weiß spielt g3
    • Seltene Abspiele mit cxd5
    • Klassische Abtauschvariante: Weiß spielt Se2
    • Moderne Abtauschvariante: Weiß spielt Sf3
    • Moderne Abtauschvariante mit Tb1
    • Russisches System: Weiß spielt Db3
    • Abspiele mit Lf4 oder Lg5
    • Geschlossenes System: Weiß spielt e3
    Valentiv Bogdanov, der als ukrainischer Spieler und Trainer mit Erfahrung von über 30 Jahren über umfangreiche Kenntnisse verfügt konzentriert sich also auf die Hauptvarianten. Die "Nebenlösungen" verfolgen zumeist andere strategische Konzepte und sollen nicht vom Wesentlichen ablenken und die Konzentration auf die strategische Linie steht in diesem Buch deutlich vor dem Variantenlernen. Unterstützung hat der Autor von GM Eingorn erhalten, der sicherlich zu den umfangreichen und mit solidem Schulenglisch verständlichen Erläuterungen beigetragen hat. Praktisch für den Einstieg in die komplexe Materie, wohingegen Theoriehaie komplexeres Material bevorzugen werden. Ein Partien- und ein Variantenverzeichnis runden das Werk ab. Die obligatorische Leseprobe hier. Interessant wäre die Meinung vom Russen Peter Swidler zu erfahren, der als ausgewiesener Grünfeld-Experte zuletzt mit dieser Verteidigung (!?) mehr Punkte sammelte als er verlor - vielleicht publiziert er irgendwann doch noch ein Theoriebüchlein zwischen Crickett und den Topturnieren.


    Autor: László Orbán
    Titel: Der Bauer im Schachspiel


    ISBN: 978-3-86910-154-5

    Humboldt Verlag, 2009, 267 Seiten
    deutsch

    Über den Bauern im Schachspiel wurde schon vielfach referriert. So weiß längst jeder, dass die 'Seele' keineswegs isoliert oder gar ignorant zu behandeln ist. In den vergangenen Jahren war neben der Trainingsbroschüre "Intensivkurs der Bauernendspiele" (Björn Röber) und "Geheimnisse der Bauernführung im Schach" (Drazen Marovic) nicht viel passiert, bevor sich das Autoren-Trio Hickl/Zude/Schupp mit "Die Macht der Bauern" im vergangenen Jahr der Thematik durchaus lehrreich angenommen hat. Schließlich sind Klassiker "Die Kunst der Bauernführung" (Kmoch) und "Pawn Structure Chess" (Soltis) nur noch antiquarisch zu erhalten und letzterer nur auf Englisch.

    László Orbán wäre im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden und seine früheren Werke sind längst vergriffene Klassiker, die der Humboldt-Verlag aus Anlass des Todestages in einer Neuauflage publiziert. Dabei wurde keine Neubearbeitung vorgenommen. Das Buch ist kategorisch zwischen Endspielen und Mattangriffen wie folgt aufgegliedert:
    • I Bauernendspiele
    • Bauernendspiele ohne Figuren
    • Ein Bauer gegen einen
    • Zwei Bauern gegen einen
    • Zwei gegen zwei
    • Drei Bauern gegen zwei
    • Drei gegen drei
    • Mehrere Bauern
    • II Mattangriffe mit Bauernhilfe
    • Bauernmatt mit Figuren
    • Die Umwandlung
    • Der Vorposten
    • Der Bauernsturm
    • Die Blockade
    Dabei ist die Gewichtung ca. 2/3 des Inhalts auf die Endspiele zu legen, womit beim Titel des Buches nicht unbedingt gerechnet wurde. Aufgrund der historischen Vergangenheit sind (natürlich) eine Vielzahl von klassischen Beispielen ebenso wie Komposotionen vorhanden. Da jedes Beispiel mit einem einleitenden Diagramm versehen wurde und nicht über ausufernde Varianten verfügt ist das Lesen/Lösen vom Blatt problemlos möglich. Im zweiten Teil sind komplette Partien abgebildet, denen beim entscheidenden Moment ein Diagramm spendiert wurde, was bei kompletter Betrachtung ein Nachspielen am Brett erfordert. Die Kommentierung ist knapp, aber zumeist prägnant. In allen Partiephasen wird praktisch der Augenmerk auf den Bauern gelenkt. Orbán wählte Beispiele aus, die nach seiner Philosophie lieber "anregen, denn unterrichten". Aufgrund der Handlichkeit (das Buch ist kleiner als DIN-A5) eignet sich dieser Reprint wunderbar für die 'Westentasche' und zum Studieren für Zwischendurch, z.B. auf kurzweiligen Straßen- oder Zugreisen. Als etwas störend habe ich die Diagramme, die aus meiner Sicht zu kleine Figuren enthalten und bei denen die doppelte Beschriftung der Linien und Reihen unnötig Platz verschenkt. Es fehlt ein Namens- oder Partieregister, was bei der einfachen Gliederung eine schöne Zugabe gewesen wäre.


    Autor: Rudolf Teschner
    Titel: Schach in 40 Stunden


    ISBN: 978-3-283-01011-9

    Edition OLMS, 2009, 160 Seiten
    deutsch

    Der Name Teschner ist in der deutschen Schachszene ein Begriff. Der Turnierspieler, der 1951 Deutscher Meister war und von 1952-1956 im Team der Nationalmannschaft mitspielte, verdiente sich in nach seiner aktiven Laufbahn als Spieler verstärkt als Publizist. Doch bereits als Aktiver war er durch die Herausgabe der monatlich erscheinenden "Deutschen Schachzeitung" in diesem Aspekt vollauf gefordert: von 1950 bis 1988 erschien die Zeitung unter seiner Leitung. Die weitere Betreuung von Schachspalten, sowie das Publizieren und Neubearbeiten von Büchern rundeten sein journalistisches Spektrum bis zum Ende seines Lebens (2006) ab.

    Ein Klassiker des Meisters, der in enger Verbindung zum herausgebenden Verlag stand, findet mit dem vorliegenden Buch seine mittlerweile sechste Neuauflage. Diese wurde von Raymund Stolze durchgesehen und aktualisiert. Dass dieses Buch, dass erstmals 1993 erschien zahlreiche Anhänger hat findet seinen Beweis in der mehrfachen Übersetzung. Hierbei handelt es sich aber nicht um ein reines Anfängerbuch, dass nur den Leser nur mit den grundlegenden Regeln vertraut machen möchte, wie Teschner selbst im Vorwort schreibt und auf den nachfolgenden 160 Seiten beweisen möchte:

    In den ersten beiden Kapiteln werden die Grundlagen der Figurenbewegung und Regelkunde dargelegt, bevor - wie bei meisten Lehrbüchern - die einfachen Mattbilder in wiederum zwei Kapitelstunden abgehandelt werden. Kapitel Fünf und Sechs behandeln strategische Begriffe des Endspiels und einfache Bauernendspiele. In den darauffolgenden 15 (!) Lehrstunden muss sich der Lernende mit den Eröffnungen befassen, wobei über die grundlegenden Ideen und den Sünden der Eröffnung hin zur Vorstellung spezieller Systeme vorgedrungen wird. Experten streiten sich zumeist inwieweit die Kenntnis von Eröffnungen für den Einsteiger sinnvoll ist. Teschner gelingt aus meiner Sicht der Spagat zwischen nützlicher Information und den Blick auf das Wesentliche. Mit fünf Kapiteln zu den Kombinationsmotiven und drei Kapiteln, die Mattkombinationen aufzeigen wird das Thema Taktik abgearbeitet, bevor sieben Stunden Schachstrategie zu büffeln sind. In den finalen zwei 'Unterrichtsstunden' werden wichtige Standardendspiele behandelt.

    Die jahrelange schachjournalistische Erfahrung seitens des Autors wird im logischen Aufbau deutlich und das Buch ist sowohl zum Selbststudium (leider sind hierfür keine Übungsaufgaben im Buch vorhanden), aber auch als Anregung für Trainingsabende im Verein oder Schulschach geeignet. Die Konzentration auf das Wesentliche lässt ein Studium dieser Literatur in vierzig Stunden sicherlich zu, aber für Vertiefung und Festigung ist natürlich ein umfangreicheres Zeitvolumen einzuplanen.

    (C) 2009, Frank Große
    redaktion@schachlinks.com
 
Autor: Frank Große
 
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